Seefahrt-Erinnerungen: Hans-Reiner Hofmann leistete vor 50 Jahren Wehrdienst

Zerstörer-Modell: In rund 300 Stunden baute Hans-Reiner Hofmann das Schiff nach, auf dem er vor einem halben Jahrhundert 15 Monate lang diente. Heute hat er noch viele schöne Erinnerungen an seine Marine-Zeit. Foto: Bienhaus

Berghofen. Unvergesslich bleibt für Hans-Reiner Hofmann aus Berghofen die Situation, wie er vor rund 50 Jahren als Adjutant auf der Brücke eines Zerstörers den Regenmantel von Bundespräsident Heinrich Lübke übernahm und in die Kapitäns-Kajüte bringen durfte.

Dies war nur eines von vielen besonderen Erlebnissen in seiner Marine-Zeit, an die sich Hans-Reiner Hofmann auch nach einem halben Jahrhundert immer wieder gern erinnert. Höhepunkt war der Dienst auf einem Zerstörer, von dem Hofmann sich in rund 300 Stunden ein Modell im Maßstab 1:100 nachgebaut hat.

Genau vor 50 Jahren hat er seinen Grundwehrdienst bei der bundesdeutschen Marine geleistet. Er hatte sich als Freiwilliger gemeldet.

Am 1. Juli 1961 kam Hofmann zur 1. Kompanie im 3. Marine-Ausbildungsbataillon nach Glückstadt an der Elbe. Er erinnert sich, dass montags immer „Alkohol-Verdunstungsstunde“ auf dem Dienstplan stand. Hofmann zeichnete sich in der Grundausbildung als bester Schütze aus.

Vor 50 Jahren: Matrose Hofmann als Wachsoldat. Repro: zpi

Nach drei Monaten wurde er nach Flensburg-Mürwik versetzt. In der Flensburger Förde folgte die seemännische Ausbildung. Auf dem Zerstörer 5, der mit D179 nummeriert war, folgte das neue Kommando. Das Schiff war 115 Meter lang, zwölf Meter breit, hatte zwei Dampfturbinen mit insgesamt 60.000 PS Leistung und fuhr rund 40 Knoten bzw. rund 70 Kilometer/Stunde. Alle Geschütze konnten von Hand bedient sowie halb- und vollautomatisch gesteuert werden.

Einsatzgebiet des Zerstörers waren die Ostsee, Nordsee und Atlantik. Hans-Reiner Hofmann denkt noch an die damals häufigen Suchaktionen, wenn Starfighter der Bundeswehr abgestürzt waren und oft nur noch Ölflecke als letzte Hinweise auf der Meeresoberfläche gefunden wurden.

Ein unvergessliches Abenteuer war für Hofmann die Passage der Biscaya bei schwerer See und Windstärke 12, die er als Rudergänger auf der Brücke erlebte.

Gemessen an Seemeilenm ist Hofmann 1,5 Mal um die Erde gefahren. (zpi)

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Quelle: HNA

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