Windwurf an den Wohrateichen bei Haina – Aus Schaden Nutzen für die Natur ziehen

Erlenwald statt Fichten

Sturmfolgen: Revierleiter Marco Enders (links) und Forstamtsleiter Manfred Albus an der Kreiskasse zwischen Haina und Battenhausen, wo Xynthia besonders viele Fichten umwehte. Foto: nh

Haina-kloster. Mehr als 1500 Fichten hat Sturmtief Xynthia im Naturschutzgebiet Wohrateiche bei Haina umgeweht. Das Landschaftsbild hat sich komplett geändert. Der Forstbetrieb Stiftungsforsten Kloster Haina und die Obere Naturschutzbehörde wollen aus dem Schaden Nutzen für die Natur ziehen: Sie wollen dort standortgerechten Erlenwald heranziehen.

Der Sturm hatte große Waldanteile des Gebietes verwüstet. Die Kreisstraße 107 zwischen Haina und Battenhausen soll wegen der Aufräumarbeiten noch bis heute, Mittwoch, 10. März, gesperrt bleiben.

Chance für die Zukunft

Bei einem Gespräch waren sich Stiftungsforsten und Naturschutzbehörde einig, die besondere Situation als Chance zu nutzen, teilte das Regierungspräsidium Kassel mit. Der Schaden berge die Option für eine gute Zukunft. Bei den Windwurfaufarbeitung werden die Fichten jetzt großzügig aus dem Tal entnommen, um den standortgerechten Erlenwald als herausragendes Schutzziel weiter zu fördern. Lediglich einzelne tief beastete „Wetterfichten“ bleiben als landschaftsprägende Elemente bestehen, heißt es in der Pressemitteilung.

Sofort nach dem Sturm habe Revierleiter Marco Enders den Schaden aufgenommen und alle verfügbaren Kräfte konzentriert, um das Chaos zu beseitigen. Viele Bäume waren über die Straße gestürzt. Weitere hat der Wind angeschoben; sie sind nicht mehr standfest und damit eine Gefahr für Fahrzeuge und Insassen. Die Fällung ist gefährlich und oft nur mit Unterstützung großer Maschinen umzusetzen.

„Das Landschaftsbild hat sich komplett verändert“, erläuterte der Leiter der Stiftungsforsten, Manfred Albus. Große Freiflächen sind entstanden. „Das Besondere am Wohratal sind die Erlen-Eschen-Wälder und die Erlenbruchwälder entlang des Baches“, sagte Cord Brand, beim Regierungspräsidium Kassel zuständig für das Schutzgebiet. Diese artenreichen Wälder seien deutschlandweit selten geworden.

Seltene Vogelarten

An der Wohra kämen sie noch in guter Ausprägung vor, deshalb sei das Gebiet seit 1986 unter Naturschutz gestellt. Es sei der Lebensraum von Kleinspecht und Schwarzstorch, und an den Teichen rasteten seltene Arten wie Fischadler und Waldwasserläufer, berichtete der Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde weiter.

Das Gesicht des Naturschutzgebietes habe sich stark verändert. Langfristig seien diese Änderungen mit der Förderung des Erlenwaldes auf jeden Fall zum Guten. „Die Stiftungsforsten haben aus naturschutzfachlicher Sicht vorbildlich reagiert“, lobte Brand. (nh/mab)

Quelle: HNA

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