"Windgutachten waren nicht zutreffend"

Defektes Windrad verkauft, nun wird es abgebaut - Kritik an Ertragsgutachten

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Das Foto zeigt die vier Windräder bei Ernsthausen, die 1996 von heimischen Betreibern erbaut wurden. Die rechte Anlage ist defekt und wird demnächst abgebaut.

Ernsthausen. Das nach einem Brand im Schaltschrank defekte Windrad bei Ernsthausen wird abgebaut. Ein Unternehmen aus Tschechien hat die Anlage gekauft und wird sie demontieren und abtransportieren, teilte Dirk Marburger auf HNA-Anfrage mit.

Der Wiesenfelder Landwirt hatte mit einem Partner 1996 die ersten vier Windräder westlich von Ernsthausen aufgestellt. Inzwischen gehören dem Windpark Burgwald, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), rund ein Dutzend Gesellschafter an. Bis heute haben sie mit den Anlagen noch nicht viel verdient. Grund: Der Wind bläst an dem Standort zu schwach.

„Die Angaben im Windgutachten waren nicht zutreffend“, erläutert Marburger der HNA. Das erlebte, wie berichtet, auch die Firma Wotan, die seit 2011 vier 150 Meter hohe Anlagen bei Ernsthausen betreibt. Der Ertrag blieb nach Firmen-Angaben um 20 bis 25 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Wotan will – ebenso wie die Firma Gewi – im Windpark Ernsthausen nun 200 Meter hohe Windräder errichten.

Doch besteht im Flächennutzungsplan eine Obergrenze von 150 Metern. Der Ortsbeirat Ernsthausen hat sich im Dezember 2013 dafür ausgesprochen, dass die Erhöhung auf 200 Meter nicht für den südlichen, ortsnahen Bereich zugelassen wird. Das ist genau der Bereich, wo die defekte Anlage der GbR steht. Beide Firmen hatten Interesse bekundet, sie durch eine 200 Meter hohe Anlage zu ersetzen. Doch nach dem Votum des Ortsbeirates hat bisher keine der Firmen weiteres Interesse an dem Standort signalisiert.

Die Branche warte ab, bis das Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschiedet sei, um Planungssicherheit zu haben, sagt Marburger. Die Betreiber des Windpark-GbR sind seinen Angaben nach froh, jetzt einen Käufer für die defekte Anlage gefunden zu haben. Durch den Verkauf entfielen Entsorgungskosten und könne der Rückbau des Betonfundamentes finanziert werden.

Der Käufer wolle die Anlage in Tschechien wieder aufbauen und habe ein weiteres Windrad erworben, mit dem er defekte Teile ersetze. Wie berichtet, waren in der Ernsthäuser Anlage 2011 der elektrische Schaltschrank und die Verkabelung im Innern ausgebrannt.(mab)

Quelle: HNA

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