Hunderte Besucher informieren sich beim 6. Frohnhäuser Feldtag auf dem „Gassacker“ über Landtechnik

Ernten und Pflügen mit betagtem Gerät - Video

Besuch bei den Nachbarn: die beiden Berghöfer Reiner Hofmann mit seinem Eicher-Traktor und Walter Schäfer auf seinem Deuz.

Battenberg - Frohnhausen. - Landmaschinen von „anno dazumal“ bis heute bot der Frohnhäuser Feldtag gestern. Erneut war allerlei Programm für Jung und Alt vorbereitet.

Starke Wind fegte am Sonntag über den „Gassacker“. Doch das schreckte die zahlreichen Besucher des 6. Frohnhäuser Feldtages nicht ab. Auch in diesem Jahr hat die Vereinsgemeinschaft ein buntes Programm rund um die Arbeit auf dem Feld zusammengestellt.

Der Feldtag mit seinen Vorführungen alter Technik ist mittlerweile bis weit über die Grenzen des Ederberglandes bekannt. So freute sich der Vorsitzende, Ortsvorsteher Bernd Strieder, beispielsweise über die Freunde historischer Landmaschinen aus Gießen-Wieseck. Sogar ein Fahrzeug mit Berliner Kennzeichen pflügte über den Acker. Der Traktor von Christoph Dettmer ist jedoch lediglich in der Hauptstadt gemeldet, er steht das Jahr über in Frohnhausen.

Auch zahlreiche Ehrengäste kamen. Unter ihnen waren der Bürgermeister der Nachbargemeinde Münchhausen, Peter Funk, der Erste Stadtrat Battenbergs, Georg Röse, und die Bad Wildunger Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg.

„Eigentlich ist Frohnhausen gar nicht mehr so stark von der Landwirtschaft geprägt,“ sagte Strieder, der mit großen Sachverständnis durch das Programm des Nachmittags führte. Dennoch kämen viele der ausgestellten Stücke heute noch in der Landwirtschaft zum Einsatz. Andere wiederum würden extra für den Feldtag zurecht gemacht, berichtete er. In diesem Jahr fanden insgesamt 118 Traktoren und sieben Mähdrescher den Weg auf den „Gassacker“. Einige von ihnen sind an die 100 Jahre alt. Aber nicht nur die Fahrzeuge erinnerten an die „gute alte Zeit“. Auch einige Helfer und Aussteller kleideten sich wie zu Opas Zeiten.

Am ganzen Tag wurden dem Publikum verschiedene Maschinen in zahlreichen Vorführungen näher gebracht. Die Schwerpunkte lagen in diesem Jahr auf dem Wandel des Transportwesens in der Landwirtschaft und auf der Vorführung des „Fendt-Geräteträgers“. Als es noch zahlreiche kleinere Betriebe gab, war es nicht möglich, für jede Arbeit ein eigenes Arbeitsgerät anzuschaffen. Da schuf der „Fendt-Geräteträger“ Abhilfe. Er ermöglichte es den Landwirten, verschiedene Maschinen an Front und Heck des Fahrzeugs zu montieren. So wurde der universelle Einsatz von nur einem Fahrzeug möglich. Beim Leistungsvermögen der Traktoren hat sich vieles verändert. Standen in früheren Zeiten nur um die 15 PS zur Verfügung, so wies der größte Traktor gestern mehr als 200 PS auf: ein „Fendt Vario 936“.

Auch bei den Geräten schritt die Automatisierung der Arbeitsprozesse immer weiter voran. Für das halbautomatische Kartoffellegegerät bedurfte es um 1960 beispielsweise eines Fahrers und zweier Helfer, um die Kollen in den Boden zu bekommen. Später war nur noch ein Fahrer erforderlich.

Und kamen „anno dazumal“ Güllefässer mit 600 Litern Fassungsvermögen zum Einsatz, haben die Fässer heute ein Fassungsvermögen von 18.000 Litern und mehr. Besonders praktisch erschien die Vorführung eines „Weidners“, einem Anhänger, der sich mit einigen Handgriffen zum Erntewagen umfunktioniert lässt. Bis zu 130 Ballen fanden dort Platz.

Neben den Vorführungen, bot sich auch abseits des Trubels immer wieder Gelegenheit, um mit den Ausstellern zu fachsimpeln und über alte Zeiten zu reden, bevor sich der 6. Frohnhäsuer Feldtag am späten Nachmittag dem Ende zuneigte.

Ein Video vom Feldtag folgt im Laufe des Monats.

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