TSV Birkenbringhausen ist 100 Jahre alt – Blick in die lange Vereinsgeschichte

Erst Turnen, dann Fußball

Die 1. Mannschaft des TSV Birkenbringhausen 1951 bei einem ihrer letzten Spiele am alten Sportplatz an der Eder: (hinten von links) Fritz Schwebel, Wiegand Hecker, Jakob Kahler, Karl Brand, Adolf Brand, Martin Eitzenhöfer, Heinrich Hartmann, (vorne von links) Heinrich Bornscheuer, Karl Schwebel, Heinrich Schwebel, Willi Hartmann, Willi Langenfeld und Heinrich Junk. Repro:Moniac

Birkenbringhausen. Der TSV Birkenbringhausen feiert Anfang Juni sein 100-jähriges Bestehen. Mit Turnen fing es an, wie ein Blick in die Vereinsgeschichte zeigt.

1912 war das Gründungsjahr des TSV Birkenbringhausen. Da das Fußballspielen, heute ein Breitensport, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch als nicht gesellschaftsfähig galt, konzentrierte sich das Interesse der Sportbegeisterten im Wesentlichen auf das Boden- und Geräteturnen. Erster Turnwart war Karl Bilse, die ersten Vorsitzenden waren Heinrich Goos und Josef Seibel. Geturnt wurde im Saal der Gastwirtschaft Bilse, in der Matten, Reck, Ringe, Barren, Pferd, Kugeln und Bälle – vorhanden waren.

Das Turnerjahr begann mit einem Frühjahrssportfest, an dem auch die umliegenden Turnvereine teilnahmen, den Abschluss bildete ein Waldlauf. Höhepunkt des Jahres war der Sportlertag mit Leicht- und Schwerathletik, Geräte- und Bodenturnen sowie Boxen und Gewichtheben. Gekämpft wurde auf dem jetzigen Sportgelände „Auf der Trift“. Der letzte Sportlertag dieser Art wurde1953 veranstaltet, danach stellten die Turner ihre Aktivitäten ein.

Im Jahr 1924 wurde die Fußballabteilung gegründet. Männer der ersten Stunde waren unter andern Adam Schwebel, Christian Junk, Karl Hartmann, Nikolaus Arnold und Willi Bender. Das erste Spiel ging mit 0:5 gegen den TSV Roda verloren, doch noch im gleichen Jahr gewannen die Fußballer ein Pokalturnier in Allendorf-Eder.

Während des Zweiten Weltkriegs kam der Sportbetrieb zum Erliegen und wurde erst 1946 wieder aufgenommen. Zu Auswärtsspielen fuhr man damals mit dem Fahrrad, später mit einem Holzvergaser-Lkw.

Keine Schuhe, kein Spiel

Fußballschuhe wurden vom ortsansässigen Schuster angefertigt. Als jemand eines Tages günstig an Leder kam, nutzte man die Gelegenheit und brachte alle Fußballschuhe zur Reparatur. Leider wurden bis zum nächsten Spiel nicht alle Schuhe fertig, und die Mannschaft konnte nicht antreten.

1948 erfolgte der Aufstieg in die A-Liga, die Mannschaft war ein allseits gefürchteter Gegner. 1954 wurde der neue Sportplatz „Auf der Trift“ eingeweiht. 1955 gewann die Mannschaft durch ein 5:0 in Dodenhausen die Herbstmeisterschaft und stieg in die Kreisliga A auf, im Jahr 1958 erfolgte der Abstieg in die B-Liga.

Erst 1997 konnte mit der neu gegründeten SG Birkenbringhausen/Haine an die früheren Erfolge angeknüpft werden, doch der erneute Verbleib in der Kreisliga A dauerte nur ein Jahr, am Ende der Runde fehlte lediglich ein Punkt zum Klassenerhalt. Mit Michael Mohr als Trainer gelang in der Saison 2008/2009, erneut der Aufstieg in die Kreisliga A. Mittlerweile spielt die SG wieder in der Kreisliga B.

Im Jahr 2002 feierte der TSV Birkenbringhausen sein 90-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit dem Jugendclub „Die Rätze“ organisierten die Sportler vier tolle Festtage.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

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