Abwassergesellschaft soll Kläranlagen-Bau in Gemünden betreuen

Erste Aufgabe für die Leda

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Kreativität und moderne Technik – wie hier bei einer Anlage im Hoch-Taunus-Kreis – soll in Gemünden helfen, die Kosten für den Kläranlagen-Naubau zu senken.Archivfoto: Boris Roessler / dpa

Gemünden - Zu teuer waren die Ausschreibungsergebnisse für den Neubau der Gemündener Kläranlage. Der Einsatz der neuen kommunalen Abwasser-Gesellschaft soll den Preis jetzt idealerweise unter den Haushaltsansatz drücken.

„Das ist auch für mich eine Premiere“, sagt Harald Plünnecke. Der ehemalige Vöhler Bürgermeister und neue Geschäftsführer der LEDA – „Lahn-Eder-Diemel Abwasser GmbH“ mit Sitz in Korbach – soll den Preis für die Gemündener Kläranlage drücken. „Und wir werden dafür alles geben, denn wir müssen uns ja noch am Markt etablieren“, verspricht er. Gemünden soll der erste Erfolg der von den Verband-Energie-Werken VEW, den Marburger Stadtwerken und dem privaten Betreiber Remondis Aqua gegründeten Gesellschaft LEDA werden. „Wir sind sogar bereit, ins Risiko zu gehen“, sagt der ehemalige Bürgermeister.

Das Vergütungsmodell ist ein Einfaches: Ausgehend vom Haushaltsmittelansatz von 3,16 Millionen Euro soll LEDA als Planer der Anlage größtmögliche Einsparungen erzielen – und wird in prozentualer Höhe vergütet. Spart der Einsatz der LEDA der Stadt beispielsweise 20 Prozent – also rund 630.000 Euro – dann erhält LEDA von diesem Geld wiederum 20 Prozent – also etwa 126.000 Euro. Gleiches gilt umgekehrt: Wird die Anlage etwa zehn Prozent teurer als angesetzt, trägt LEDA zehn Prozent der Mehrkosten.

Neue Ausschreibung der gesamten Bauleistung

Um aber möglichst das erste und nicht das letzte Szenario zu erzielen, soll die komplette Bauleistung neu ausgeschrieben werden. „Damit das klar ist, wir erhoffen uns Einsparungen weniger durch die Verwendungen günstiger Materialien als durch eine moderne Klärtechnik“, sagte Bürgermeister Frank Gleim. Harald Plünnecke ergänzte: „Wir wollen eine kompakte Anlage“. Insbesondere in der Peripherie der Anlage sieht er offenbar weiteres Sparpotential.

Dennoch strebe er sogar an, am Ende eine qualitativ bessere Technik zu bekommen, als ursprünglich vorgesehen. In der alten Ausschreibung waren die Bieter auf die Ausführung einer durch ein Ingenieurbüro erstellten Planung festgelegt – durch die neue Ausschreibung mit „Leistungsbeschreibung nach Leistungsprogramm“ sei die Kreativität der Bieter gefragt, sagte der ehemalige Vöhler Bürgermeister.

In seine 24-jährige Amtszeit fällt unter anderem der Bau der Kläranlage im Ittertal mit 50.000 Einwohnergleichwerten – knapp 17-mal mehr, als in Gemünden.

Um allerdings in den Genuss bereits zugesagten Geldes zu kommen, ist Eile geboten: Bis Mitte Oktober 2015 muss die Anlage zwar noch nicht komplett fertig, aber in ihren wesentlichen Aufgaben betriebsbereit sein. Deshalb soll schon am Dienstag die neue Ausschreibung veröffentlicht werden, die Zuschlagsfrist würde am 27. Oktober enden. Baubeginn soll dann bereits Anfang November sein. (gl)

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