Mehr zum Thema: Waldbegang in Battenberg – Forstleute unterstützen Verjüngung

Erste Hilfe für die Eiche

Im Wald bei Laisa: (von rechts) Revierförster Jochen Hörder, Jochen Arnold (Leiter Produktion) und Forstamtsleiter Andreas Schmitt haben Battenberger Kommunalpolitikern Entwicklungen im Stadtwald erläutert. Im rechten Bild zeigt Schmitt eine junge Eichenpflanze, die von Rehwild zerbissen wurde. Fotos:  Paulus

Battenberg/Laisa. „Wir gehen hier durch einen 200-jährigen Eichenbestand“, sagte Revierförster Jochen Hörder und bat um die nötige Würde. Aber nicht nur wegen des Alters zähle der Laisaer „Stümpfewald“ zu den wertvollsten Waldstücken, die die Stadt Battenberg besitze, sagte Hörder den Battenberger Kommunalpolitikern beim Waldbegang. Weil die Eiche aber mit Problemen zu kämpfen habe, will sich das Forstamt Frankenberg, das den 900 Hektar großen Stadtwald betreut, in den kommenden Jahren verstärkt um sie kümmern.

Der Eichenanteil rund um Battenberg ist mit 25 Prozent sehr hoch, im gesamten Forstamt Frankenberg sind es nur zwölf Prozent. Der Eichenwald bei Laisa ist zwölf Hektar groß, eine Fläche von 0,7 Hektar – so groß wie ein Fußballfeld – wurde im vergangenen Jahr eingezäunt, um die jungen Eichenpflanzen vor dem Verbiss durch Rehwild zu schützen. „In zwei bis drei Jahren wird man hier einen Unterschied sehen zwischen den jungen Eichen innerhalb des Gatters und denen außerhalb“, sagte Hörder.

Eicheln sind aufgegangen

Die neuen Bäume sind nicht gepflanzt worden, sondern von allein gekommen – heruntergefallene Eicheln sind aufgegangen. Dadurch habe die Stadt fast 9000 Euro gespart, weil sie keine Pflanzen kaufen und einsetzen musste. Und es seien  auf  diesem natürlichem Weg deutlich mehr Eichen  gewachsen, als das Forstamt gepflanzt hätte: nämlich 100 000 statt 8000 pro Hektar.

Um den Eichenbestand zu stärken, haben die Forstwirte nicht nur einen Zaun errichtet, sie haben auf dieser Fläche auch größere Eichen und vor allem Buchen eingeschlagen, um den jungen Pflanzen Licht zum Aufwachsen zu geben. Das Holz hat der Stadt nebenbei 15 000 Euro eingebracht.

„Wenn wir hier nichts machen, ist die Eiche in 200 Jahren verschwunden.“

Forstamtsleiter Andreas Schmitt

„Wenn wir hier nichts machen, ist die Eiche in 200 Jahren verschwunden und hier stehen nur noch Buchen“, sagte Forstamtsleiter Andreas Schmitt. Denn die Eiche habe einige Nachteile gegenüber der Buche: Sie brauche etwa mehr Licht und schmecke dem Rehwild besser.

Das Eichenholz aus Laisa wird auch nach Frankreich verkauft, wo daraus die besonderen Barrique-Weinfässer gemacht werden. „Wenn Sie das nächste Mal einen Barrique-Wein trinken, denken Sie an Ihren Stadtwald“, sagte Schmitt den Politikern.

Nahe der Bundesstraße Richtung Frohnhausen hatte das Forstamt Anfang des Jahres 1250 Festmeter Fichte mit Harvester und Rückeschlepper geerntet. Revierförster Hörder rechnet mit einem Umsatz von 55 000 Euro. Die Spuren, die durch die schweren Maschinen entstanden sind, sollen beseitigt werden. „Laisa ist diesmal ein Schwerpunkt beim Wegebau“, sagte Hörder. Dennoch lohne sich der Einsatz des Harvesters: Die Ernte mit diesem Vollernter koste etwa 20 Euro pro Festmeter, mit Motorsäge fast 60, rechnete Schmitt vor. Artikel unten

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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