Frankenberg

Erste Pfarrstelle bleibt „die große Liebe“

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- Frankenberg (apa). Er geht, weil es sein Orden so vorsieht: „Für 
Ordensleute ist es üblich, keine Wurzeln schlagen. Unsere Wurzeln sind im Orden“, sagt Pater Laurentius. Dennoch geht er mit Wehmut: Er fühlt sich wohl im Frankenberger Land und wäre gern länger geblieben.

„Die erste Stelle als Pfarrer ist meistens die große Liebe“, sagt Pater Laurentius Meißner. Und so sei es auch bei ihm: In der katholischen Kirchengemeinde Maria Himmelfahrt in Frankenberg sowie den Gemeinden Gemünden und Vöhl war er erstmals als alleinverantwortlicher Pfarrer tätig.

Sein Arbeitszimmer mit den hohen Decken, gemütlichen Ledersesseln und den dunklen Holzmöbeln ist zugleich sein Wohnzimmer. Dort steht sein Klavier direkt neben einem großen Konferenztisch, auf dem gleich mehrere Schachteln mit den heißgeliebten Zigarren liegen.

Als er damals in Frankenberg anfing, wurde das Pfarrhaus renoviert, er konnte die Räume nach seinem Geschmack gestalten und einrichten – und sich ein Zuhause schaffen. Ein wenig hat er doch Wurzeln geschlagen. „Man soll gehen, wenn‘s am schönsten ist. Und das ist jetzt“, sagt er. Allerdings wäre es ihm lieber gewesen, wenn er noch zwei, drei Jahre in Frankenberg hätte bleiben dürfen.

Sein Nachfolger ist zugleich sein Vorgänger: Nach zwölf Jahren wird Pater Norbert das Kloster Maria Birnbaum in Sielenbach nordwestlich von München verlassen und als Pfarrer nach Frankenberg kommen. Pater Laurentius nimmt seinen Platz in Bayern ein. Vor genau sieben Jahren kam das Mitglied des Deutschen Ordens nach Frankenberg. Er habe damals einen „Investitionsstau“ vorgefunden. Mit der Umsetzung einiger Projekte hinterlässt er seine Spuren in den hiesigen katholischen Kirchengemeinden, etwa das große neue Altarbild in der Frankenberger Kirche oder die Renovierung in Gemünden. Für die Kapelle lieh er eine Madonna vom Orden aus, die Orgel bekam ein neues Register. Derzeit wird eine neue Mikrofonanlage eingebaut.

„Es ist nicht alles geschafft, aber viel“, freut sich Pater Laurentius Meißner. Nicht ganz zufrieden sei er mit dem Ergebnis seiner Bemühungen, die Jugendarbeit „hochzuziehen“. Erst in den vergangenen zwei Jahren und dank der Mitarbeit einiger engagierter Eltern habe sie sich verbessert. Aber mit einem guten Dutzend Messdienern sei die Frankenberger Pfarrgemeinde gut aufgestellt. Der Wechsel tue zudem nicht nur einem selbst, sondern auch der Pfarrei gut, sagt der 53-Jährige. Und trotz aller Wehmut gibt es auch etwas, worüber er sich freut: Die Verwaltungsarbeit etwa werde er nicht vermissen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 29. Juli.

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