Trotz kalter Temperaturen wird auf dem Rosenthaler Kopfsteinpflaster „gerudert“

Erstes „Altstadt-Festival“ in Rosenthal

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Rosenthal - Bei bester Stimmung feierten am Samstagabend mehrere Hundert Besucher beim ersten „Altstadt-Festival“ in Rosenthal. Geboten wurden mehr als fünf Stunden Livemusik.

Die Verantwortlichen des Kulturkreises und des Rosenthaler Festteams trafen beim Festival anlässlich der 675-Jahr-Feier offensichtlich den Geschmack der Musikfreunde: Das Gelände am Rathaus war sehr gut gefüllt, und Besucher von acht bis achtzig Jahren feierten bis in die Nachtstunden bei bester Stimmung mit den Bands „Box of Rocks“, „Dezibel“ und „Delirium“.

Die Rosenthaler Landfrauen kamen beispielsweise gleich zu Beginn des Abends, um gemeinsam zu speisen, und manch alteingesessener Rosenthaler kam vorbei, „um die gute Arbeit der jungen Leute zu unterstützen“. Aber die meisten Besucher aus nah und fern waren doch wegen der Musik gekommen. Und denen wurde ein reichhaltiges Programm geboten. Einziger Kritikpunkt waren die Temperaturen im einstelligen Bereich.

Zu Beginn des Abends ging es bei „Delirium“ richtig zur Sache. Die fünf jungen Herren der Band, die aus der Rock-AG der Frankenberger Edertalschule hervorging, ließen es mit Hardrock der härteren Gangart richtig krachen. Temperamentvoll vorgetragene Stücke wie etwa „Enter Sandman“ von Metallica oder „Breaking the Law“ von Judas Priest begeisterten auch ältere Besucher, aber bei einigen Stücken wurde der Gesang dann doch von einigen Besuchern als „Geschrei“ wahrgenommen. Trotzdem stellten Moritz Ruhwedel (Gitarre), Tobias Moog (Schlagzeug), Pierre Zissel (Bass, Gesang), Robin Mattner (Gitarre, Gesang) und Leander Heyer (Gitarre, Bass, Gesang) unter Beweis, dass sie ihre Instrumente beherrschen und animierten die Besucher zum Abschluss auch noch ordentlich zum „Head-bangen“.

Den größten Zuspruch hatte „Dezibel“, die mit viel Spielfreude für Stimmung sorgten. Zur Band zählen auch eineinhalb Rosenthaler: Neben der in der Burgwaldstadt beheimateten Sängerin Linda Hoven ist auch Gitarrist Ralf Severin als Leiter der Rosenthaler Kindertagesstätte kein Unbekannter. Gemeinsam mit ihren Bandkollegen Christian Kern (Keyboards/Gesang), Jonas Hoffmann (Bass) und Dirk Homberger (Schlagzeug) präsentierten die Musiker moderne Rockmusik zum Mitsingen. Der Spaß an der Musik war den fünf jungen Musikern aus dem Hochland und dem Burgwald deutlich anzumerken.

Hits der Achtziger wie „Skandal im Sperrbezirk“ von Spider Murphy Gang oder Kim Wildes „Kids in America“ begeisterten genauso wie Rockklassiker wie Journeys „Don't Stop Believin'“, „Summer of '69“ von Bryan Adams oder auch aktuelle Hits wie „Hollywood Hills“ von Sunrise Avenue oder „Auf uns“ von Andreas Bourani. Höhepunkt war aber Achim Reichels „Aloha heja he“, bei dem einige unerschrockene Rosenthaler sich sogar auf die Pflastersteine setzten und „ruderten“.

Dirk Golde: „Ein gelungener Abend“

Zum Abschluss des Abends präsentierten „Box of Rocks“ klassische Rockmusik der Sechziger und Siebziger Jahre. Kiran Schmidt (Gesang, Percussion), Hans-Dieter Oetzel (Bass, Gesang), Daniel Panzer (Tasten, Gesang), Harald Vogler (Schlagzeug, Gesang), Ingo Cron (Gitarre, Gesang) und Norbert Ptaschnik (Gitarren) boten dabei mit viel Spielfreude, Kreativität und Musikalität die Hits fast vergessener Musik-Epochen. Deep Purples „Hush“, Slades „Far Far Away“ oder Eric Claptons „Layla“ wurden von den heimischen Musikern mit viel Hingabe und künstlerisch hochwertig interpretiert. Das Feeling dieser großartigen Ära der Rockmusik wurde in der ausdrucksreichen Spielweise der Musiker deutlich. Doch die fortgeschrittene Zeit und auch die Temperaturen, die sich nicht nur gefühlt dem Nullpunkt näherten, sorgten dafür, dass sich der Platz am Rathaus gegen Ende stark leerte. Einige Hartgesottene hielten vor der Bühne aus, andere Besucher feierten an der überdachten Cocktailbar weiter.

Zufrieden zeigte sich Kulturkreis-Vorsitzender Dirk Golde: „Es war ein gelungener Abend, den wir auch dank der Unterstützung einiger Sponsoren mit vielen Kulturfreunden feiern konnten.“ Sein Dank gilt auch den städtischen Gremien und den zahlreichen Helfern, die anlässlich des Stadtjubiläums ein Festival dieser Qualität möglich machten. Und zuletzt auch den Anwohnern in der Innenstadt, die dank satten Klanges in ihren Häusern noch einiges von dem Festival mitbekamen und trotzdem viel Verständnis zeigten.

Von Jürgen Jacob

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