Frankenberger Bank kauft Bahnhof

"Erstmaliges Zeitfenster" für den Kauf

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Frankenberg - Eine erstmalige - und möglicherweise letztmalige - Möglichkeit zum Kauf des Bahnhofs nutzt die Stadt: Die Frankenberger Bank ersteht das Gebäude und veräußert es später an die Stadt. Dafür muss aber erst einmal ein Nutzungskonzept stehen.

Es war der wunde Punkt im Konzept zur Sanierung des Bahnhofsgeländes: Was, wenn alle Pläne für die Arbeiten am Gelände stehen – aber der bisherige Eigentümer den Bahnhof nicht abgibt? Hätte er dann trist und marode inmitten neuer Gleise, Gehwege, Bushaltestellen gestanden? Wohl kaum: Es wäre das Aus für das gesamte Vorhaben gewesen.

Bereits Anfang der Woche hatte Bürgermeister Rüdiger Heß bekanntgegeben, dass es einen potentiellen Käufer für das Objekt gäbe – die Stadt nämlich kann nicht einfach so zuschlagen. Während der Sitzung des Parlaments am Donnerstag ließ er die Katze aus dem Sack: Wie zu erwarten, kauft die Frankenberger Bank das Objekt im Namen der Stadt (FZ berichtete exklusiv). „Es ist ein tolles Projekt für die Stadtentwicklung“, begründete gestern deren Vorstand Ralf Schmitt gegenüber der FZ den Beschluss. Die Bank sehe sich als Förderer der Region und sei deshalb gerne behilflich.

Bank will nichts verdienen

„Wir wollen daran nichts verdienen“, betonte Schmitt über den für später angesetzten Wiederverkauf – und sagte zugleich, dass die Bank auch keinen Verlust machen wolle. So kommt auf die Stadt nicht nur der bislang wegen laufenden Vertragsformalitäten unbekannte Kaufpreis für das Gebäude zu. Auch Kosten für den Notar oder die Grunderwerbsteuer muss die Stadt der Bank beim anstehenden Besitzerwechsel erstatten. Jenen strebt Ralf Schmitt so bald wie möglich, wohl aber nicht mehr in diesem Jahr an. Und das ist auch sinnvoll: Wenn die Bauarbeiten am Bahnhofsumfeld 2014 beginnen, ist ein Teilabriss nicht mehr nötiger Wirtschaftsgebäude vorgesehen.

Heß zeigte sich während der Stadtverordnetenversammlungdankbar, dass die Bank schnell ihre Mitarbeit signalisiert habe. Der Besitzer des Gebäudes hätte es wohl spätestens Anfang Oktober mit 1200 weiteren bei der Messe „Expo Real“ veräußert. „Es gibt jetzt ein Zeitfenster, wo es erstmals und vielleicht auch letztmals möglich ist, den Bahnhof zu kaufen“, sagte auch Ralf Schmitt. Mit einem Vertragsabschluss geht er innerhalb der nächsten beiden Wochen aus.

Fünf Millionen Euro Kosten

Für die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes machten die Stadtverordneten am Donnerstagabend derweil den Weg frei: Bei einer Enthaltung stimmten sie einem leicht geänderten Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Oppermann und PLT zu und billigten den Antrag auf Fördergeld des Landes. Rüdiger Heß sprach von einer Förderquote von gut 84 Prozent. Die Stadt muss nach einer Kostenzusammenstellung des Magistrats knapp 790000 Euro zahlen. Insgesamt belaufen sich die Kosten demnach auf 5,02 Millionen Euro. Größte Kostenpunkte: der Busbahnhof mit gut 1,37 Millionen Euro, gefolgt von den Bahnanlagen mit 1,07 Millionen Euro.

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