Heimat ist Australien

Erstmals Schwarzschwan im Kreisteil Frankenberg gesichtet 

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Ein seltener Gast: Bei Herzhausen wurde dieser Schwarzschwan, auch Trauerschwan genannt, entdeckt. Er setzt sich nicht nur farblich von den weißen Höckerschwänen ab, sondern ist auch kleiner als diese.

Edersee. 73 Höckerschwäne sind am Montag auf der Eder im noch leeren Edersee bei Herzhausen gezählt worden. Darunter fiel ein schwarzer Schwan auf.

Er wirkte wie das sprichwörtliche „schwarze Schaf” in einer Herde weißer Schafe. Während im Kreiteil Waldeck – bei den Teichen an der unteren Eder zwischen Mehlen und Giflitz – in den Jahren um 2010 Schwarzschwäne anzutreffen waren und ein Paar dort sogar Junge aufgezogen hat, ist es nach derzeitigem Kenntnisstand die erste Beobachtung eines Schwarzschwanes im Bereich des Edersees und im Kreisteil Frankenberg.

Schwarzschwäne sind keine Schwäne, die sich schwarz geärgert haben. Sie sind eine eigene Art. Zudem gehören sie zu den so genannten Neozoen. Das heißt, es sind Tiere aus fremden Ländern, die bei uns heimisch geworden sind. Die Heimat der Schwarzschwäne, die auch Trauerschwäne genannt werden, ist Australien und Tasmanien. Ganz schön weit weg.

Damit dürfte klar sein, dass der Mensch im Spiel war. Vogelliebhaber haben einst den einzigen völlig schwarzen Schwan unter allen Schwanen-Arten und den, mit dem längsten Hals, als Ziervogel nach Europa gebracht.

Wahrscheinlich sind einige Tiere aus Volièren entwichen oder wurden vielleicht auch ausgesetzt – jedenfalls fand der fremde schwarze Schwan bei uns in Europa auch Klimaverhältnisse, die seinem Überleben nicht entgegen standen.

Mit einer Flügelspannweite zwischen 160 und 200 Zentimetern und einem durchschnittlichen Gewicht von sechs Kilogramm ist der Schwarzschwan kleiner als unser heimischer Höckerschwan. Auffallend ist der knallrote Schnabel mit einer weißen Binde. Der lange und sehr bewegliche Hals mit um die 30 Halswirbeln erlaubt dem Schwarzschwan, recht tief in Gewässern zu gründeln. Außerdem kann er durch eine bestimmte Haltung seines Halses Aggression signalisieren.

Schwarzschwäne sind aggressiv. Sie wollen ihr Revier und ihre Jungen verteidigen und scheuen sich dabei nicht, auch Menschen anzugreifen, wie es ein Fotograf bei Giflitz im August 2010 erfuhr, als er einen Tier fotografieren wollte. Die Flucht war die einzige Alternative. (zqa)

Quelle: HNA

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