Frankenberg

Erstmals schwören Freiwillige die Treue

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- Frankenberg (mba). Es sei eine Zäsur in der Geschichte der Bundeswehr, sagte Kommandeur Elmar Henschen: Zum ersten Mal wurde gestern in der Burgwaldkaserne keine neuen Wehrpflichtigen vereidigt, sondern Rekruten, die sich freiwillig zum Dienst gemeldet haben.

Bei der Gelöbnisfeier in der Burgwaldkaserne wurden 76 Soldaten aus dem ganzen Bundesgebiet, darunter eine Frau, auf die Treue zur Bundesrepublik Deutschland vereidigt. Zur dem feierlichen Gelöbnis, das musikalisch vom zweiten Heeresmusikkorps aus Kassel begleitet wurde, waren fast alle 440 Soldaten des Frankenberger Bataillons auf dem Exerzierplatz angetreten.

Dort verfolgten auch 250 Gäste, die Familien und Freunde der Rekruten, die Zeremonie – aber keine der sonst bei solchen Ereignissen anzutreffenden Ehrengäste. Dies sei ein wesentlicher Unterschied zu den früheren Gelöbnissen, etwa auf dem Frankenberger Obermarkt, sagte Kommandeur Henschen in seiner Rede. Es sei schließlich „ein Gelöbnis, in dem erstmalig ausschließlich Rekruten geloben, die aus eigenem Antrieb, ganz ohne Zwang durch ein Wehrpflichtgesetz, ihren Weg in die Streitkräfte der Bundesrepublik gefunden haben.“

Auch wenn es in der Öffentlichkeit nicht so wahrgenommen werde, sei dies eine Zäsur in der Geschichte der Bundeswehr, betonte Henschen. „Dies war für uns Anlass mit der bisherigen Tradition der öffentlichen feierlichen Gelöbnisse hier und heute zu brechen. Zumindest für dieses eine Mal.“ Für die Rekruten sprach Funker Torben Lensch: „Wir sind freiwillig hier, um unseren Land zu dienen. Diese Tatsache zeigt unsere Motivation. Es heißt, nichts schlägt so stark, wie das Herz eines Freiwilligen.“

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