50. Europeade ab Mittwoch im thüringischen Gotha · Landjugendgruppen und viele Frankenberger dabei

Europeade – „kann man nicht erklären“

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Frankenberg - Die 50. Europeade beginnt am Mittwoch in Gotha. Außer den 70 Aktiven aus Haubern und Geismar wollen auch viele Frankenberger das größte europäische Folklorefestival als Zuschauer besuchen.

„Gotha hat sich gut vorbereitet, wir werden eine schöne Europeade mit 4400 Gästen aus 26 Ländern erleben“, sagt der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß, der Präsident des deutschen Eureopeade-Komitees istz. Er freut sich über das heimatnahe Fest. Von Frankenberg ist Gotha nur gut zwei Autostunden entfernt.

„Europeade ist unbeschreibliches Gemeinschaftsgefühl, was man schlecht erklären kann, sondern einfach mal erleben muss“, sagt die Vorsitzende der Hauberner Landjugend Carolin Schmidtmann. Die Hauberner sind mit 46 Teilnehmern eine der größten Gruppen in Gotha. Mit dabei sind vier Laisaer Volkstänzer, die sich nicht als eigenständige Gruppe angemeldet haben, aber auch vom „Europeade-Fieber“ ergriffen sind. Die Hauberner sind in der Gesamtschule Herzog Ernst nah an der Innenstadt untergebracht.

„Es wird eine Europeade der kurzen Wege“, verspricht Rüdiger Heß. Die thüringische Stadt mit großen Plätzen und Promenaden bietet eine perfekte Kulisse für die Auftritte der Gruppen, den Europeadeball am Samstag oder den Chorabend am Freitag.

Während die Hauberner seit 1987 zum 24. Mal dabei sind, nimmt die Geismarer Landjugend seit der Europeade in Frankenberg 1994 regelmäßig teil. Sie starten Mittwochmorgen und kehren am Montagnachmittag wieder zurück. Im blauen Hessenkittel mit Mütze treten die Geismarer am Freitag und Sonntagvormittag in der Stadt auf. Am Sonntagnachmittag gestalten sie gemeinsam mit den anderen hessischen Gruppen aus Haubern, Besse und Linsengericht die Abschlussveranstaltung im Gothaer Volksparkstadion ab 15 Uhr mit. Am Samstag sind alle Gruppen beim großen Festumzug ab 15 Uhr durch die Straßen zu sehen. Start für die dreistündige Parade mit viel Musik, Tanz und Gesang ist der Schützenplatz vor der Gothaer Stadthalle. Farbenprächtige Kostüme des Baltikums werden sich abwechseln mit märchenhaften russischen Inszenierungen, rumänischen Bauern in schweren Trachten, italienische Bajadere und feurige Flamencotänzer aus Spanien. Angeführt wird der Zug von Fanfaren- und Showorchester aus Gotha und der Europina Julia Hartung.

„Eine super Atmosphäre“

Thüringens Ministerpräsidenten Christiane Lieberknecht wird zum Festzug erwartet. Die heimischen Teilnehmer aus Haubern und Geismar erwarten viele tausend Zuschauer am Straßenrand, darunter vermutlich auch viele Frankenberger. Ein Frankenberger Busunternehmen bietet eine Gemeinschaftsfahrt an, viele Europeadefans wollen am Wochenende nach Gotha reisen.

Besonderer Reiz der Europeade ist das Wiedersehen mit vielen befreundeten Gruppen aus ganz Europa. In den Unterkünften oder auf der Straße treffen verschiedene Nationalitäten aufeinander, es wird gemeinsam getanzt und gefeiert. Sprachhemmnisse sind schnell überwunden, der Völkeraustausch steht bei der Europeade im Vordergrund. „Die Atmosphäre ist einfach super“, sagt Stefanie Buttler von der Geismarer Landjugend. Nicht dabei sind diesmal die Grönländer Gruppe „Mik“, „Bodhran“ aus Irland oder die ungarische Volkstanzgruppe aus Leinwar, die bereits in Frankenberger Stadtteilen zu Gast waren.

„Vater“ der 50. Europeade ist der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch. Vor drei Jahren schmiedete er mit Rüdiger Heß in dessen Frankenberger Wintergarten die Pläne für die Bewerbung der 45 000 Einwohnerstadt. Kreuch ist selbst begeisterter Trachtenträger und Vorsitzender des Thüringer Landestrachtenverbandes.

Für die Landjugendgruppen Geismar und Haubern gilt die Europeade als Höhepunkt im Jahresprogramm. Für die jüngsten Tänzer, die zum ersten Mal dabei sind, ist es ein besonderes Erlebnis, vor so großem europäischem Publikum aufzutreten. Die Gruppengemeinschaft werde enorm gestärkt, bestätigen Stefanie Buttler und Carolin Schmidtmann. Die Teilnehmer der heimischen Gruppen sind zwischen 15 und 50 Jahren alt.

Die wichtigsten Programmpunkte der Europeade vom 17. bis 21. Juli in Gotha:

Mittwoch, 17. Juli, 18 Uhr: Willkommens-Konzert „Thüringen grüßt Europa“ auf der Festbühne am Hauptmarkt.

Donnerstag, 18. Juli, 11 bis 16 Uhr: Auftritte der Gruppen in der Stadt; 20 Uhr: Eröffnungsgala im Volksparkstadion mit 2500 Mitwirkenden auf fünf Tanzplätzen und drei Bühnen; 23 Uhr Höhenfeuerwerk unter dem Motto „Herzen brennen für Europa“.

Freitag, 19. Juli, 11 bis 18 Uhr: Auftritte der Gruppen in der Stadt; 14 Uhr: Europäisches Konzert der Kinder- und Jugendgruppen am Hauptmarkt; 20 Uhr: Europäisches Chorkonzert „Lieder die wie Brücken sind“ am Hauptmarkt.

Samstag, 20. Juli, 11 bis 13 Uhr: Auftritte der Gruppen in der Stadt; 15 bis 18 Uhr: Europa-Parade Festzug durch die Stadt; 19 bis 1 Uhr: Europeade Ball auf dem Hauptmarkt.

Sonntag 21. Juli, 11 Uhr: Festlicher Gottesdienst mit Musik; 13 Uhr: Hochseilakrobatik auf dem Hauptmarkt; 15 Uhr: Abschlussveranstaltung mit 2500 Aktiven im Volksparkstadion.

Weitere Informationen über die Europeade in Thüringen im Internet unter www.europeade-gotha.de.

Von Frank Seumer

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