Halt an fünf Stationen

Frauen beider Konfessionen pilgerten durch Frankenberg

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Erinnern an ermordete Frauen: An der ehemaligen jüdischen Schule in der Hainstraße führte Ingeborg Seeschaaf das Schicksal von Martha Stern vor Augen, die ebenso wie ihr Mann und drei Kinder in NS-Todeslagern starb.

Frankenberg. Sie scheuten nicht Kälte und eisigen Ostwind, versammelten sich in der ungeheizten Hospitalkirche, dann trugen sie das Kreuz durch die Stadt. Mehr als 50 evangelische und katholische Frauen machten am Abend des Palmsonntags auf ihrem Pilgerweg an fünf ausgewählten Stationen Halt.

Dort schauten sie gemeinsam auf durchkreuzte Lebenswege von Frauen und setzten sie in Beziehung zur Passion Jesu.

„Auf unserem Frauenkreuzweg fragen wir danach, wo das Kreuz heute steht in unserer Gesellschaft“, kündigte Siglinde Bastet zu Beginn an. Gemeinsam mit Pfarrerin Andrea Wöllenstein (Marburg), die leider kurz vor der Veranstaltung erkrankte, hatte die Frauengruppe die Themen und das theologische Konzept ihres Projektes „Durchkreuzte Wege“ erarbeitet. Konkreten Situationen des Alltags und der gesellschaftlichen Wirklichkeit stellten sie biblische Texte, spirituelle Impulse und Lieder gegenüber.

An der ev. Kindertagesstätte „Schwalbennest“ schilderten sie Wegkreuzungen im Leben von Frauen nach der Geburt eines Kindes, wenn Beruf und Familie zu vereinbaren seien, die Verantwortung für Kinder aber vor allem bei Frauen angesiedelt werde. „Den Begriff ‚Rabenmütter’ gibt es nur in Deutschland“, stellte Charlotte Regenbogen-Backhaus fest.

Kritik übten die Frauen konkret mit Unterschriften am geplanten hessischen Kinderförderungsgesetz („KiföG“), das die bisherigen Qualitätsstandards in der Kita-Betreuung deutlich verschlechtere.

Von Karl-Hermann Völker

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Quelle: HNA

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