Ex-Freundin geschlagen: 48-Jähriger muss zahlen

Frankenberg. Obwohl ihm eine einstweilige Verfügung verbot, sich seiner Ex-Freundin zu nähern, hat der Angeklagte die Frau mehrfach belästigt und sie sogar geschlagen.

Wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz in drei Fällen, davon in einem Fall mit Körperverletzung, wurde ein 48-Jähriger aus dem Frankenberger Land vom Amtsgericht Frankenberg zu einer Geldstrafe auf Bewährung in Höhe von 1200 Euro und einem Bußgeld in Höhe von 300 Euro verurteilt.

Im ersten Fall soll er die Frau, eine 41-jährige Altenpflegerin, zuhause aufgesucht haben und ihr, nachdem sie die Tür geöffnet hatte, mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Im zweiten Fall habe er sie vor einem Geschäft belästigt, um zu erfahren, ob sie ihn bezüglich des ersten Falles angezeigt habe. Ein drittes Mal habe er der 41-Jährigen nach der Arbeit aufgelauert, um ihr ein Foto zu geben.

Der Angeklagte bestritt nur den Tathergang des ersten Falles. Er behauptete, der Altenpflegerin nicht mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Dem Gericht legte er ein medizinisches Gutachten mit Datum des Tattages vor, welches Verletzungen an seinen Armen, Händen und Nacken dokumentierte. Er sagte, er sei selbst das Opfer von Gewalt durch die Altenpflegerin geworden.

Diese gab in ihrer Zeugenaussage später an, sie habe an besagten Tag, nachdem sie geschlagen wurde, versucht, den Angeklagten davon abzuhalten, mit seinem Auto wegzufahren. Denn die durch ihre Kinder bereits alarmierte Polizei sollte den Angeklagten noch vor Ort vorfinden. Dabei sei es am Auto zu einem Handgemenge gekommen, bei dem sie den Angeklagten verletzte.

Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten vor, er habe sich mit dem medizinischen Gutachten selbst zum Opfer machen wollen und die Schwere der Tat nicht verstanden. Vor diesem Hintergrund und aufgrund von zwei Vorstrafen sei daher eine Freiheitsstrafe für den Angeklagten denkbar. Sie forderte jedoch eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro zur Bewährung auszusetzen.

Im Falle einer weiteren Anklage würde diese dann fällig und könnte eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Zudem forderte sie ein Bußgeld zugunsten des Marburger Frauenhauses über 300 Euro.

Richterin Andrea Hülshorst kam den Forderungen der Staatsanwaltschaft nach. „Ich habe zu ihren Gunsten berücksichtigt, dass das Opfermittlerweile wieder Kontakt zu ihnen pflegt.“ Der Zeugin empfahl sie jedoch, jede Form von Gewalt durch den Angeklagten gegen sie anzuzeigen. (sur)

Quelle: HNA

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