Ex-Freundin im Tiefschlaf attackiert

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Frankenberg. Zu einer Haftstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen auf Bewährung ist ein 24-Jähriger aus dem Frankenberger Land vor dem Frankenberger Amtsgericht verurteilt worden.

Richterin Andrea Hülsthorst stellte nach der Beweisaufnahme den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit einfacher Körperverletzung fest.

Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, im Mai 2014 gegen 1.30 Uhr nachts mit einer unbeteiligten Person die Wohnung seiner Ex-Freundin und Mutter seines Sohnes in Frankenberg betreten und dort im Schlafzimmer auf sie und ihren neuen Partner, die im Bett schliefen, eingeschlagen zu haben. Die 21-Jährige zog sich dabei eine Fraktur des kleinen Fingers zu. Ihr 21-jähriger Freund kam mit Prellungen und Kratzspuren davon. Darüber hinaus habe sich der Angeklagte während eines sich anschließenden Streitgesprächs mit seiner ehemaligen Partnerin zu einem Schlag mit der flachen Hand an ihren Hinterkopf hinreißen lassen.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung forderten in ihren Plädoyers Geldstrafen, da sie den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung als nicht erfüllt ansahen. Dazu habe der Aspekt der Hinterlistigkeit gefehlt. Dieser sei beispielsweise dann gegeben, wenn den späteren Opfer glauben gemacht werde, sie seien vor einem tätlichen Angriff sicher.

Laut Richterin Hülshorst aber habe der Angeklagt insofern hinterlistig gehandelt, als dass er zunächst an der Wohnungstür geklingelt und die Mutter seines Sohnes per Handy kontaktiert habe. Das zu Schaden gekommene Paar sei daher davon ausgegangen, dass es in der Wohung mit geschlossener Tür sicher ist.

Später habe sich der Angeklagte nach eigener Aussage mit einem Schlüssel, der ihm von der 21-jährigen Wohungsinhaberin zu Zeiten einer funktionierten Beziehung ausgehändigt worden sei, Zutritt verschafft. „Damit haben die beiden nicht gerechnet“, sagte Hülshorst. Auf dem Weg zu seiner Freundin habe der 21-Jährige den Angeklagten zwar bereits im Treppenhaus gesehen. Die 21 Jahre alte Bewohnerin sei jedoch davon ausgegangen, dass ihr Ex-Freund keinen Schlüssel mehr besitze und daher nicht in die Wohnung gelangen könne. Dass die zweite Komponente einer gefährlichen Körperverletzung des überfallartigen Angriffs erfüllt war, wurde nach einvernehmlichen Zeugenaussagen - auch vom Angeklagten - festgestellt.

Der Angeklagte räumte ein, auf den im Bett liegenden 21-Jährigen eingeschlagen zu haben und gab auch die Ohrfeige gegen seine Ex-Freundin zu. Beide Geschädigten sagten aus, der 24-Jährige habe voller Wut in Richtung Bett, aber nicht gezielt auf eine Person, mit der Faust gehauen. Bei dieser Schlagabfolge sei der Finger gebrochen worden.

Quelle: HNA

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