Frankenberg

Mit Extra-Schub ins Berufsleben starten

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- Frankenberg (mba). An der Ortenbergschule gibt es zum dritten Mal eine spezielle "SchuB"-Berufsvorbereitungsklasse. „SchuB“ steht für „Schule und Betrieb“. Dahinter steckt ein Konzept, Hauptschüler über parallel zum Unterricht absolvierte Praktika den Einstieg ins Berufsleben zu erleichtern – mit Erfolg.

Im Sommer hat die Ortenbergschule ihre erste „SchuB“-Klasse verabschiedet: Zehn Schüler aus der Jahrgangsstufe 9 sind 2008 mit dem Projekt gestartet. Sie alle haben ihren Abschluss geschafft und fünf haben auf Anhieb eine Lehrstelle gefunden, vor allem dank der absolvierten Praktika und der dabei gesammelten Berufserfahrung, berichtet Sozialpädagogin Martina Böttner-Gaßmann, die das Programm an der Ortenbergschule zusammen mit den Klassenlehrern 
betreut. Das Programm wird als sogenannte vertiefende Berufsorientierung vom Europäischen Sozialfonds, von der Arbeitsagentur und vom hessischen Kultusministerium gefördert.Derzeit gibt es an der Schule bereits die dritte „SchuB“-Klasse: Zwölf Schüler aus Klasse 8 werden von den Lehrern Sven Nord und Evelyne Rohstock betreut, parallel dazu gibt es eine 9. „SchuB“-Klasse mit Lehrer Werner Blei. Sozialpädagogin Böttner-Gaßmann und die Klassenlehrer sind sich einig, dass das Programm ein Erfolg ist. Die zwei „SchuB“-Schuljahre sehen wie folgt aus: Am Beginn steht eine sechswöchige Orientierungsphase, an die sich ein erstes, 14-tägiges Praktikum in einem Betrieb anschließt. Dann beginnt die kombinierte Schule-­Betrieb-Zeit, die den Kern des Programms ausmacht: An drei Tagen der Woche haben die Schüler normalen Unterricht und an zwei Tagen sind sie im Betrieb. Außerdem gibt es drei weitere Blockpraktika, eines pro Halbjahr, insgesamt also vier. Idealerweise sollen die Schüler dabei vier unterschiedliche Berufsfelder ausprobieren. „Die Praktika sollen den Blick öffnen für verschiedene Berufe“, sagt Nord. Bestehe aber die Chance auf einen Ausbildungsplatz, gebe es keine Einwände, wenn ein Schüler im letzten Halbjahr noch ein zweites Mal in diesen Betrieb geht. Die Praktikumsplätze sollen sich die Schüler ihren Berufswünschen entsprechend selbst suchen, sie bekommen aber Unterstützung, wenn sie keinen finden. „Die meisten schaffen es allein“, sagt Nord. Das Spektrum reicht bei der jetzigen 8. Klasse von klassischen Handwerksberufen wie Maler und Zimmermann über Gastronomie bis zu Berufen im sozialen Bereich, etwa Erzieher oder Altenpfleger. Auch eine potentielle Reisekauffrau und eine medizinisch-technische Angestellte sind dabei.Aus Befragungen der Schüler wissen die Sozialpädagogin und die Lehrer, dass das Programm bei den Schülern gut ankommt: „Ihnen gefällt, dass die Klassen klein sind und relativ ruhig, dass es mehr Chancen gebe, Fragen zu stellen und Hilfe zu bekommen“, sagt Böttner-Gaßmann. Aber besonders gut würden den Schülern die zwei wöchentlichen Arbeitstage in den Betrieben gefallen. „Sie können den Betrieb, die Mitarbeiter und Tätigkeiten kennenlernen“, erläutert Nord. „Die Praktikanten werden in den Betrieben richtig mit eingebunden, das funktioniert gut“, berichtet die Sozial­pädagogin. Einige Schüler seien schon beim ersten Praktikum sehr engagiert. „Viele haben große Hoffnungen, dadurch eine Lehrstelle zu finden“, sagt Böttner-Gaßmann. Durchaus zu recht: „In der jetzigen Neun gibt es schon zwei Zusagen auf Lehrstellen.“

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