Fabian Schneider drehte Video-Dokumentation über das Hatzfelder Platt

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Er liebt die Hatzfelder Mundart: Fabian Schneider hat sich an der Uni mit dem Platt seiner Heimatstadt befasst

Hatzfeld. „Wenn äch Hatzfalla Platt horn, sein äch daheeme.“ Wenn er Platt hört, fühlt sich der Hatzfelder Fabian Schneider zuhause. Der 30-jährige angehende Lehrer hat sich sogar in seinem Studium mit der heimischen Mundart befasst und ein Video darüber gedreht.

Sein Fazit fällt allerdings pessimistisch aus: „Der Zug ist abgefahren. Die Mundart ist nicht mehr zu retten.“

In seinem Video kommt der Marburger Mundartforscher Prof. Heinrich Dingeldein zu Wort. Der erläutert, dass es wegen der industriell-wirtschaftlichen Entwicklung in den 1950er- und 1960er-Jahren wichtig wurde, Hochdeutsch zu sprechen – insbesondere, wenn der Arbeitsplatz nicht mehr vor Ort, sondern im weiteren Umfeld lag.

Das sei auch in den Schulen vermittelt und von Eltern missverstanden worden. Die hätten gemeint, ihre Kinder sollten gar kein Platt mehr sprechen. Man habe sich dem Neuen zugewandt und das Alte einfach aufgegeben.

In Fabian Schneiders Video kommen auch Hatzfelder Mundartsprecher zu Wort. Zwei von ihnen, die Schwestern Margarete Petri und Erika Wetter, sind inzwischen leider verstorben. Mit dieser Generation sterbe auch die Hatzfelder Mundart aus, bedauert Fabian Schneider.

Da könnten auch die Bemühungen der Plattschwatzgruppe, an deren Treffen der 30-Jährige gerne teilnimmt, nicht viel ändern. Die Mitglieder haben einiges zur Dokumentation der Hatzfelder Mundart zusammengetragen: eine Sammlung von Wörtern, Ausdrücken und Tondokumenten. Der Hatzfelder Manfred Kiesant hatte alles fürs Internet bearbeitet. Über die Homepage der Stadt Hatzfeld waren die Seiten öffentlich zugänglich.

Doch inzwischen hat die Stadt ihre Homepage umgestellt. Die Anbindung ist laut Kiesant technisch nicht mehr möglich. Er hoffe, dass dafür in Zukunft eine Lösung gefunden werde.

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Quelle: HNA

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