Seltene Pflanzen im Ernsthäuser Moor

Die "Fadensegge" ist im Moor zurück

Burgwald-Ernsthausen - Die "Fadensegge" ist wieder im seit 2009 vom Landkreis Waldeck-Frankenberg als flächenhaftem Naturdenkmal ausgewiesenen Seitenbruch im Ernsthäuser Moor aufgetaucht. Die Pflanze ist vom Aussterben bedroht.

Bei einer Exkursion stellte der Cölber Botaniker Claus Neckermann den Pflanzenfundort im Ernsthäuser Moor vor. Er zeigte den Naturschützern der Umweltgruppe Burgwald im Naturschutzbund Deutschland (NABU), wo die seltene Pflanze sich wieder hat blicken lassen.

„Die Fadensegge ist ein Relikt aus der Zeit, als es in dieser Region noch richtige Moore und wenig Kulturland gab“, erklärte der Experte. Seit 2007 begleitet sein ökologisches Gutachterbüro „Neckermann & Achterholt“ für die Umweltgruppe das Seitenbruch-Moor mit einem „Monitoring“ - einer wissenschaftlichen Dauerbeobachtung auf genau festgelegten Flächen.

„Dies ist schon eine kleine Sensation, da man bisher davon ausging, dass sich diese Pflanzenart als Eiszeitrelikt bundesweit irreversibel zurückzieht“, freute sich Klaus Klimaschka, Vorsitzender der Umweltgruppe Burgwald, als er mit Forst- und Naturschutzleuten, NABU-Mitgliedern und Neckermann einen Gang durch das Seitenbruch-Moor unternahm.

Klimaschka schilderte, wie diese früher einmal als Reitplatz genutzte Feuchtwiesenfläche durch langjährige Renaturierungsarbeiten wieder in ihren ursprünglichen Naturzustand zurück verwandelt worden sei: Das Gelände wurde entbuscht, Gräben wurden aufgestaut, sodass die gewünschte Vernässung wieder eintreten konnte. Beim Herausdrehen der Wurzelstöcke mit Seilwinden wurden Rohbodenflächen abgeschürft, in denen offenbar noch Samen früherer Moor-Vegetation schlummerten.

(vk)

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