Suche nach neuem Zuhause

Bei Ernsthausen aus fahrendem Auto geworfen: Kater Iban überlebte

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Er hatte Glück im Unglück: Kater Iban überlebte den Wurf aus einem fahrenden Auto. Frankenbergs Tierheimleiterin Barbara Wachtendorf kümmert sich nun liebevoll um den Schmusetiger. Als sich Ibans Zustand verbessert hatte, wurde er in beiden Ohren tätowiert. Davon sind seine Ohren noch ganz grün. Die Farbe verschwindet aber in den nächsten Tagen.

Frankenberg/Ernsthausen. Das Kätzchen Iban ist vor einigen Wochen aus einem fahrenden Auto geworfen worden. Vom Täter fehlt jede Spur. Jetzt lebt Iban im Tierheim und sucht ein neues Zuhause.

Passanten hatten in Ernsthausen beobachtet, wie ein Auto die Hauptstraße befuhr, langsam das Tempo drosselte, jemand das Fenster runterkurbelte und den kleinen Kater auf die Straße schmiss. Iban überlebte den Wurf, war aber in einem desolaten Zustand.

„Die Augen waren richtig schlimm verklebt und eitrig. Und der kleine Kerl hatte Schnupfen“, berichtet Barbara Wachtendorf, Leiterin des Tierheims Frankenberg. Nachdem die Passanten den Kater von der Straße geholt hatten, brachten sie ihn dorthin. Nach den ersten Untersuchungen stellte sich aber heraus, dass das Kätzchen noch Glück im Unglück hatte: „Es hatte keine inneren und auch keine äußeren Verletzungen davon getragen. Zudem fiel der Test auf Flöhe, Milben und Katzenaids negativ aus“. Zumindest in dieser Hinsicht sei Iban gesund gewesen.

Homöopathische Medizin

Mit homöopathischer Medizin und gutem Futter wurde er wieder aufgepäppelt. „Seine Augenentzündung ist verschwunden. Hin und wieder niest er noch, aber das wird auch immer besser“, sagt Wachtendorf. „Allerdings können wir nicht sagen, ob der Kater nicht taub ist“, erklärt die Tierheimleiterin. Auf Geräusche würde er so gut wie gar nicht reagieren: Die Taubheit komme aber vermutlich nicht davon, dass er aus dem Auto geworfen wurde. Die Untersuchung der Ohren habe keine Verletzungen ergeben. Wahrscheinlicher sei ein Gendefekt. Im Grunde mache Iban die Taubheit nichts aus, wichtig sei aber, dass er ein neues Zuhause findet, das nicht gerade an einer Hauptstraße liege. Sollte er wirklich taub sein, könne er heranfahrende Autos nicht hören.

Wer Iban aus dem Auto warf, kann Wachtendorf nicht sagen. Die Passanten, die den Stubentiger retteten, beschrieben den Fahrer des Wagens als eine Frau mittleren Alters. Das Auto habe ein Marburger Kennzeichen gehabt. Mehr von dem Kennzeichen haben sich laut Wachtendorf die zu Hilfe eilenden Fußgänger nicht merken können. Das Auto habe sofort wieder beschleunigt und sei schnell davongefahren.

Auf die Frage, ob sie sowas schon mal erlebt hat, antwortet die Tierheimleiterin: „Ich würde gerne sagen, ich hätte sowas noch nie erlebt, aber das wäre gelogen.“

Bereits vor einigen Jahren habe es in Röddenau einen ähnlichen Fall gegeben. Ein Kätzchen soll aus einem Auto geworfen worden sein, das richtig schnell unterwegs gewesen war. „In dem Fall hat die Katze aber nicht überlebt.“

Als Iban weitestgehend gesundheitlich über dem Berg war, wurde er kastriert, geimpft und mit einer grünen Tätowierung im Ohr gekennzeichnet. „Damit kann er nun immer zugeordnet werden“, sagt Wachtendorf. Jetzt wartet der kleine Kerl im Tierheim auf ein liebevolles neues Zuhause, das ihn das schlimme Erlebnis vergessen lässt.

Von Viktoria Fischer

Quelle: HNA

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