Frankenberg/Burgwald

Fahrrad-Kartograf weist den Rad-Weg

- Frankenberg/Burgwald (sr). Dr. Lutz Münzer stellt seine neue Rad- und Wanderkarte für Frankenberg und den nördlichen Burgwald vor. Der Marburger Kartograf hat alle eingezeichneten Wanderrouten und Radwege durch den Burgwald selbst erprobt.

Alle Wanderrouten, jeden Radweg und alle „Extratouren“ durch den Burgwald hat der Marburger Kartograf Dr. Lutz Münzer in den vergangenen Monaten selbst zu Fuß oder mit dem Fahrrad erprobt. Dabei hat er jedes Detail überprüft und Wald- und Feldwege kartografisch völlig neu erfasst. Nun stellte er in Frankenberg seine druckfrische Rad- und Wanderkarte „Frankenberg/Nördlicher Burgwald“ vor, mit der er nach seinen schon früher herausgegebenen Plänen „Rosenthal/Zentraler Burgwald“ und „Marburg für Wanderfreunde“ eine Kartenlücke schließt. Für Landkarten hat der studierte Historiker und Geograf Münzer, der seine Doktorarbeit in den 1980er-Jahren in Norwegen über Agrarpolitik geschrieben hat, eine ganz besondere Leidenschaft entwickelt. Er ist davon überzeugt, dass „eine gute Karte das preisgünstigste Buch über eine Landschaft sein kann“. Seit 1992 gibt er solche Wanderkarten heraus, mittlerweile im Eigenverlag. In Abstimmung mit den Kommunen des Frankenberger Landes trug er in sein neuestes Werk alle touristisch wichtigen Einrichtungen wie Museen, Schwimmbäder, Schutzhütten, Grillplätze, Wanderparkplätze oder Nordic-Walking-Routen ein. Auch die kürzlich eröffnete Raststation Walkemühle, neues Eingangstor für Radfahrer auf dem Ederradweg zum Naturpark Kellerwald-Edersee, ist schon verzeichnet. Ein spezieller, vergrößerter Stadtplan im Maßstab 1:5000 beschreibt den Kern von Frankenberg, alle Sehenswürdigkeiten der Stadt zwischen Rathaus und Heimatmuseum sind deutlich hervorgehoben. „Wohl erstmals in einer Karte verzeichnet ist auch der erst kürzlich eingerichtete europäische Hugenotten- und Waldenserpfad durch den Burgwald“, erläuterte Dr. Münzer. Der von ihm zeichnerisch völlig neu angelegte Plan im Maßstab 1:25 000 reicht von Battenberg im Westen bis Gemünden/Wohra im Osten, beginnt im Süden in Simtshausen und endet im Norden bei Ederbringhausen. Und auch für GPS-Nutzer eignet sich die neue Karte, die über ein Gaus-Krüger-Koordinatengitter verfügt. Beim Wandern und Radfahren kann der Umgang mit großformatigen Kartenblättern sehr mühsam sein. Der Fahrrad-Praktiker Münzer wählte deshalb das handliche Format von 60 mal 80 Zentimetern, wobei sich das Kartenfeld auf zwei Blattseiten verteilt. Besonderes Hobby des Marburger Geografen und Historikers ist die Eisenbahngeschichte. In Fachzeitschriften hat er viele Aufsätze über die Bahnstrecken in Nordhessen veröffentlicht, so auch über die „preußischen Durchgangsnebenbahnen“ Sarnau – Frankenberg – Korbach – Volkmarsen und Volkmarsen – Obervellmar (1997). Münzers betriebswirtschaftliche Berechnungen, Fahrplandokumente und ein Gleisplan des Bahnhofs Frankenberg berichten aus der Blütezeit. Als Dr. Münzer seine Karte vom nördlichen Burgwald bis Burg Hessenstein projektierte, galt noch der Beschluss des Hessischen Landtags, die Bahnstrecke Frankenberg – Korbach zu reaktivieren. „Ich bin sehr enttäuscht, dass die Politiker ihre Zusage bisher nicht gehalten haben. Die Edertalbahn wäre von großer touristischer Bedeutung für die Region“, sagt er als engagiertes Mitglied des Arbeitskreises zur Förderung des Schienenverkehrs in Marburg.Um seine neue Rad- und Wanderkarte in Frankenberg vorzustellen, packte er gemeinsam mit seinem Sohn Andreas die druckfrischen Exemplare in die Satteltaschen der Fahrräder. Über den Lahn-Eder-Radweg rollten beide durch den Burgwald und kontrollierten dabei noch einmal kritisch die Details auf dem Kartenblatt.

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