Falsche Bescheide, unsinnige Maßnahmen: Jörg Herrmann berät

Marburg. Die Diskussion um mögliche Sozialschmarotzer unter den Sozialgeldempfängern findet Jörg Herrmann einfach nur ärgerlich. Aus seiner Erfahrung weiß er: „Für jeden, der aus dem Arbeitsmarkt herausfällt, ist es enorm schwer, wieder hineinzukommen.“

Zwei- bis dreimal in der Woche berät der 43-Jährige ehrenamtlich Erwerbslose aus der ganzen Region, die Probleme mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter oder Bildungsträgern haben. Schwarzarbeiter hat er dabei nicht kennengelernt.

Der Politikwissenschaftler weiß, wovon er redet. Nach dem Studium und einem Jahresvertrag in der Wissenschaft merkte er schnell, dass mit seiner Profession nur schwer ein Job zu finden ist. Er sattelte zum Systemadministrator um und arbeitete jahrelang bei der Dresdner Bank. Doch in den Nachwehen der geplatzten Internetblase wurde seine Abteilung aufgelöst.

Seitdem fand Jörg Herrmann nur noch kleine Jobs, versucht es aber weiter: „Irgendwann wird es wieder klappen“, sagt er. Seit 2009 macht er für den Arbeitskreis Erwerbslose im DGB die Beratung. Inzwischen kennt er sich im Sozialgesetzbuch gut aus.

Die meisten Ratsuchenden sind Hartz-IV-Bezieher. Sie ärgern sich über abgelehnte Anträge, falsche Bescheide, unsinnige Trainingsmaßnahmen, nicht übernommene Mietkosten, verschleppte oder zu niedrige Zahlungen.

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Quelle: HNA

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