Battenberg: Nachlass der früheren Auhammer-Besitzer

Familienbibel kehrt zurück

+
Katharina Vellguth (2. v.l.) und ihre Mutter Sita haben eine wertvolle Familienbibel an die Leiter des Eisenwerks Hasenclever übergeben, (v.l.) Geschäftsführer Rabah Amani, Werksleiter Alexander von Waldow und Geschäftsführer Norbert Gerling.Foto: Mark Adel

Battenberg - Das Eisenwerk Hasenclever ist im Besitz einer wertvollen Familienbibel der Drevermann-Dynastie: Nachfahren der früheren Auhammer-Eigentümer haben das Buch, dessen Druck laut Inschrift auf das Jahr 1716 datiert ist, an die Geschäftsführer übergeben.

Die Bibel ist damit noch älter als das 1773 gegründete Eisenwerk. Sie stammt aus dem Nachlass der Familie Drevermann, die bis in die 1960er- Jahre Eigentümerin der traditionsreichen Gießerei war. Wie in alten Bibeln üblich, sind auf den ersten Seiten bedeutende Familienereignisse handschriftlich vermerkt. Unter anderem ist dort auch vom Auhammer die Rede.

Sita Vellguth und ihre Tochter Katharina haben die Bibel an die Auhammer-Geschäftsführer Norbert Gerling und Rabah Amani sowie an Werksleiter Alexander von Waldow übergeben. Auch Friedrich W. Jörn und Rüdiger von Waldow von der Hasenclever-Muttergesellschaft ERW nahmen an der Übergabe teil. Sita Vellguths Mutter war eine geborene Drevermann.

Nach ihrem Tod vor zwei Jahren ging die Bibel an ihre sechs Kinder - und die waren sich einig: Die Bibel soll zurück nach Battenberg, „denn aus dieser Gegend kommt sie“. Ihre Geschwister hatten Sita Vellguth beauftragt, die Bibel zu übergeben, Mutter und Tochter reisten aus Heidelberg nach Battenberg.

Das Buch ist 7,3 Kilogramm schwer und unter anderem mit mehreren Kupferstichabbildungen und auf Vorder- und Rückseite mit Eisenbeschlägen versehen. Die vergangenen 300 Jahre hat es zwar nicht spurlos überstanden, ist aber dennoch in recht gutem Zustand. Die Eisenwerk-Geschäftsführer wollen es zunächst in die Hände eines Restaurators geben und dann unter Plexiglas ausstellen.

Sita Vellguth war als Kind zweimal in Battenberg, sie erinnert sich unter anderem noch an die schweren Schwanzhämmer. 1998 nahm sie an der 225-Jahr-Feier der Gießerei teil.

Geschäftsführer Norbert Gerling nannte es eine „bemerkenswerte Entscheidung“, das Buch zurück nach Battenberg zu geben. „Die Bibel ist von hohem ideellen Wert.“

Von Mark Adel

Kommentare