Frankenberg

Familienministerin besucht Familienstadt

- Frankenberg (jos). In Ursula von der Leyens Amtszeit hat es nicht geklappt mit einem Besuch der Bundesfamilienministerin in Frankenberg. Ihre Nachfolgerin Dr. Kristina Schröder hat sich nun angekündigt. Im Rathaus ist die (Vor-)Freude groß.

Erst seit Ende November vorigen Jahres ist Schröder Chefin im Berliner Ministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Als die gerade einmal 32-jährige CDU-Politikerin das Amt von Ursula von der Leyen übernommen hat, hieß die Wiesbadenerin noch Kristina Köhler – Anfang dieses Jahres hat sie den CDU-Innenstaatssekretär Ole Schröder geheiratet.

Als Kristina Köhler hat Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt die heutige Bundesministerin vor einigen Jahren kennengelernt. Seinerzeit war sie noch Kreisvorsitzende­ der Jungen Union Wiesbaden – und Engelhardt hatte einen Posten im Landesvorstand der CDU-Nachwuchsorganisation.­ Dass seine „gute Bekannte“ in so jungen Jahren Ministerin in Berlin würde, hätte Engelhardt nicht gedacht. „Was für eine Überraschung!“, gratulierte der Bürgermeister der Bundestagsabgeordneten noch am gleichen Tag, als ihr Karrieresprung ins Familienministerium bekannt wurde. Gegenüber der WLZ-FZ sagte Engelhardt im November freudig: „Jetzt steigt die Chance auf einen Besuch der Familienministerin natürlich.“

Der Rathauschef behält recht, diesen Samstag ist es so weit: Kristina Schröder will sich in Frankenberg über das Modellprojekt „Familienstadt mit Zukunft“ informieren. Geplant sind laut Engelhardt unter anderem ein Besuch im Familienbüro und eine Führung durch die Kindereinkaufsbetreuung in der Bahnhofstraße.

Seit fast fünf Jahren läuft das Modellprojekt des Landes Hessen mittlerweile in Frankenberg. Damit ist demnächst „Halbzeit“: Insgesamt zehn Jahre lang erhält die Stadt jährlich eine halbe Million Euro aus dem Wiesbadener Sozialministerium. Finanziert wird damit unter anderem die Stelle von Familienbüro-Chefin Daniela Neuschäfer, die das „Familienstadt“-Projekt in Frankenberg koordiniert.

Ziel des Modellversuchs ist es, den Wandel der Bevölkerung umzukehren und die Geburtenrate zu steigern. Das Land Hessen will herausfinden, ob dies durch kommunale Familienpolitik möglich ist. In Frankenberg wurden durch das „Familienstadt“-Projekt zahlreiche neue Angebote geschaffen. Sie reichen von Programmen für werdende Eltern über diverse Aktionen für Kinder aller Altersstufen bis zu Konzepten für Senioren.

Ob das Sparkonto für jeden neugeborenen Frankenberger, gesundes Frühstück im Kindergarten, Vorträge für Eltern oder das Projekt „Ersatz-Omis und -Opis“: Neuschäfer und Engelhardt hoffen, dass sie durch den Besuch der Bundesfamilienministerin die Frankenberger Initiativen auch in Berlin bekannt machen können.

Dass Kristina Schröder die Einladung nach Frankenberg annehmen würde, hatte deren Mutter übrigens bereits im Dezember angekündigt. Nordhild Köhler erklärte gegenüber der WLZ-FZ, dass sie in Sachsenhausen aufgewachsen sei und ihre Tochter und Bundesfamilienministerin damit Wurzeln im Waldecker Land habe.

Bis heute leben die Pateneltern der Spitzenpolitikerin in der Gegend. „In der Geborgenheit dieser liebevollen, tüchtigen Handwerkerfamilie in einem kleinen, schmucken Waldecker Bilderbuchort verlebte sie unzählige Male ihre Ferien“, berichtete Nordhild Köhler über ihre Tochter Kristina. Ob die junge CDU-Ministerin ihren Besuch in Frankenberg mit einem Wochenend-Ausflug zu ihren Pateneltern ins Waldecker Land verbindet – dazu gab es im Familienministerium gestern auf WLZ-FZ-Nachfrage keine Auskunft. Im Ministerium hieß es, das Berliner Abgeordnetenbüro koordiniere den Besuch in Frankenberg. Dort wiederum wurde an das Wiesbadener Büro verwiesen. Und in der Landeshauptstadt war schließlich niemand mehr zu erreichen.

Eines steht indessen schon fest: In Frankenberg wird sich Kristina Köhler in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Der letzte Besuch eines Bundesministers ist laut Bürgermeister Engelhardt schon 13 Jahre her: Am 17. Februar 1997 besuchte Volker Rühe, seinerzeit CDU-Verteidigungsminister im Kabinett von Kanzler Helmut Kohl, die Stadt von „Iller und Mones“.

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