Korallenriff in Rennertehausen

Farbenpracht des Meeresbodens

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Manfred Trusheim vor dem 3000-Liter-Becken mit rund 150 Korallenarten und Fischen, die auch natürliche Korallenriffe bewohnen. Fotos: Willi Arnold

Allendorf-Rennertehausen - Ungewöhnliche Mitbewohner begeistern Manfred Trusheim seit 30 Jahren: In der "Blauen Grotte" bei ihm zu Hause leben und gedeihen Korallen.

Was mit einem 400-Liter-Süßwasserbecken im Wohnzimmer begonnen hatte, gipfelte 15 Jahre später in einem 3000-Liter-Becken in der „Blauen Grotte“. Der Inhalt: 25 Grad warmes Salzwasser und die unbeschreibliche Farbenpracht von rund 150 Korallenarten. Außerdem ziehen die Bewohner von natürlichen Korallenriffen durch das 2,5 Meter lange Aquarium: Bunte Kaiserfische, Doktor-, Falter- und Lippfische.

„Als ich die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, wurde ich Aquarianer,“ erzählt Manfred Trusheim. „Beim Stöbern in Fachzeitschriften und Büchern hat mich die Farbenpracht der Meerwasseraquarien begeistert.“ Fachgeschäfte gab es nicht in der Region und so blieben Literatur und später Internet.

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert: „Wenn ich einen neuen Mutterstock kaufen will, fahre ich nach Holland“. Die seltensten und schönsten Korallen kommen aus Australien wie auch die Tischkorallen in seinem Becken.

Alle haben die CITES-Bescheinigung - ein Handelsdokument und praktisch der „Personalausweis“ für geschützte Lebewesen nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen. Ungetrübt ist die Freude an diesem seltenen Hobby nicht immer: Wegen Bakterienbefalls musste Manfred Trusheim vor 15 Jahren die ganze Pracht entsorgen. Aber: „Ich habe mir gesagt: ‚Jetzt erst recht!‘ und bin mit dem 3000-Liter-Becken neu gestartet.“ Die Frage nach den Kosten beantwortet Manfred Trusheim so: „Das Hobby ist so teuer wie ein Mittelklassewagen.“

Rund eine Stunde pro Tag beträgt der Pflegeaufwand. Dazu gehört ein Wasserwechsel von 200 Litern jede Woche, dem Salz und Spurenelemente zugefügt werden.Alles andere muss die Technik regeln: Entkeimung über UV-Strahler, Eiweißabschäumung durch die Filteranlage, ständige Wasserströmung und ein Licht, das - der Sonne angepasst - langsam auf und nach zwölf Stunden wieder untergeht.

Auch in den Nachbarländern ist „Trusheims Blaue Lagune“ bekannt. „Es kommen Besucher aus Holland, Frankreich und aus Polen. Aber auch Schulen und Kindergärten waren schon unsere Gäste“, berichtet Trusheim. In Amerika ist seine Korallenlandschaft durch ein Online-Portal bekannt.Möglich ist das Hobby nur, weil beide - Manfred und Irma Trusheim - gleichermaßen begeistert sind.

Das amerikanische Online-Porträt finden Sie unter www.coralmagazine-us.com/content/aquarium-portrait-manfred-trusheim

(wi)

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