Bürgerversammlung zeigt Bedarf für alternative Formen der Bestattung auf

Fast keine Doppelgräber mehr

Anonyme Bestattung in der Natur: Das ist, wie bei diesem Symbolbild aus dem Reinhardswald, in einem Friedwald möglich. Foto:  Archiv

Bromskirchen. Sich ändernden Wünschen im Friedhofswesen möchte die Gemeinde Bromskirchen Rechnung tragen. Bei einer mit etwa 200 Menschen gut besuchten Bürgerversammlung ging es am Dienstagabend auch um Urnen-Gemeinschaftsfelder.

In der westfälischen Nachbarstadt Hallenberg gibt es seit November einen Friedwald, in dem anonymisierte Baum- und Naturbestattungen möglich sind. Ein Thema ist diese Art der Bestattung auch in Bromskirchen. „Es gibt fast keine Doppelgräber mehr“, sagte Bürgermeister Karl-Friedrich Frese der HNA. Die Tatsache, dass viele junge Leute aus beruflichen Gründen weit entfernt wohnten und von daher kaum Gelegenheit hätten, sich um die Grabpflege zu kümmern, sei dafür verantwortlich. Außerdem sei eine Urnenbestattung deutlich günstiger.

In der nächsten Sitzung wird sich das Gemeindeparlament mit geänderten Bestattungsformen befassen. In der Bürgerversammlung sei deutlich geworden, dass es entsprechenden Bedarf gebe, machte der Bürgermeister im Gespräch mit der HNA deutlich.

Auf dem Friedhof in Bromskirchen kann sich Bürgermeister Frese ein Urnen-Gemeinschaftsfeld vorstellen – ob mit oder ohne Namensschildern, das wollte Frese noch offen lassen. Zulassen könne man außerdem eine Rasenfläche, auf dem Särge oder Urnen anonym bestattet werden können. Es könnte ein zentrales Denkmal geben, an dem Angehörige Blumen niederlegen können. „Das fand positiven Widerhall“, berichtete Karl-Friedrich Frese.

Auf der anderen Seite müsse man Rücksicht auf die Wünsche der älteren Generation nehmen, fügte der Bürgermeister hinzu. So soll es selbstverständlich möglich bleiben, in der Gemeinde bestattet zu werden, in dem der Lebensmittelpunkt der Verstorbenen war. Hinterbliebene müssten „einen Platz zum Trauern haben“, wenn sie es wünschten. Durchschnittlich gibt es in Bromskirchen 15 bis 20 Bestattungen im Jahr.

Für Somplar strebt der Bürgermeister eine eigene Regelung an. Darüber soll im Rahmen der Dorferneuerung gesprochen werden. (off)

Quelle: HNA

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