"Frankenberger Orgelzyklus" eröffnet

Faszinierende Wirkung des Pfeifenwerks

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Bei der Orgelführung mit Kantor Gárdonyi in der Liebfrauenkirche am Sonntagmorgen gab es für kleine und große Gäste viel zu entdecken.Fotos: pr

Frankenberg - Mit auf den Ton der Passionszeit eingestimmten Orgelwerken hat Kantor Daniel Gárdonyi am Wochenende den "Frankenberger Orgelzyklus" eröffnet - in diesem Rahmen sind bis zum Jahresende vier Konzerte in der Liebfrauenkirche zu hören.

Daniel Gárdonyi möchte in diesem Jahr die Böttner-Orgel in der Liebfrauenkirche mit „frischem Wind“ stärker in den Blickpunkt des Frankenberger Musiklebens rücken. Den höchst wirkungsvollen Auftakt dazu bot er am Sonntag mit einem Konzert, das sowohl schlichte Choralwerke zur Passion aus dem Schaffen Johann Sebastian Bachs, wie auch groß angelegte Kompositionen aus neuerer Zeit anbot.

Höhepunkt des Konzertabends war am Ende des Programms das fast 15-minütige Spätwerk von César Franck „Choral Nr. 3 a-Moll“, in dem ein frei erfundenes, choralartiges Thema mit bewegten Tonläufen und gebrochenen Akkorden verbunden wird, von Gárdonyi mit dem ganzen Ausdrucksspektrum des Pfeifeninstruments zwischen zarter Orchestrierung und majestätischer Kraft sehr eindrucksvoll illustriert.

Den Konzertbesuchern erlaubte Gárdonyi, sich den ausgewählten Orgelwerken aus vier Jahrhunderten gut vorbereitet anzunähern, denn der junge Kantor bot ihnen dazu bereits im Programmheft mit Notenbeispielen Hinweise zu Struktur und Entstehungsgeschichte der Stücke. In seiner Begrüßung zu Beginn des Konzerts erläuterte er die prägend verwendeten Moll-Tonarten, h-Moll zur Passion passend in Bachs Präludium und Fuge beispielsweise als „Ton der Geduld, der stillen Erwartung seines Schicksals und der Ergebung in göttliche Fügung“, wie es 1784 einmal formuliert wurde. Gleichzeitig eröffneten einige Werke voll großer Strahlkraft wie etwa Dieterich Buxtehudes Präludium fis-Moll bereits den Ausblick auf österliche Freude.

Bereits am Sonntagvormittag hatte der Kantor an der Liebfrauenkirche alle Interessierten zu einer Orgelführung eingeladen, bei der er das große Instrument mit seinen fast 3000 Pfeifen öffnete, die Funktionsweise erläuterte und Klangproben mit unterschiedlichsten Registern anbot. Im Anschluss an das Konzert lud Gárdonyi erstmals zu einem „Emporengespräch“ mit Karl-Hermann Völker ein, bei dem die Zuhörer Fragen und Eindrücke rund um die Orgel und ihre Musik stellen durften.

Dies soll auch bei den künftigen Konzerten des „Frankenberger Orgelzyklus“ möglich sein, wenn unter dem Motto „Singet!“ am Kantate-Sonntag, 28. April, ab 17 Uhr Christian Stähr aus Dormagen an der Böttner-Orgel zu Gast ist, sowie auch am Reformations-Sonntag, 3. November, ab 17 Uhr, wenn in einem Konzert Sebastian Bethge aus Bad Hersfeld spielt.

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