Hatzfeld

Felix Nawrotzki ist begeisterter Beatles-Fan

- Hatzfeld (gl). Es begann mit einer Bahnfahrt einiger Jugendlicher in das nächtliche Hamburg der frühen 1960‘er Jahre und wurde für Felix Nawrotzki zur Passion: Die Musik der Beatles.

Leise kommen die Klänge der Beatles aus dem CD-Spieler von Felix Nawrotkzi. Er hat eines der „Best Of“-Alben eingelegt. Ein wenig wippt Nawrotzkis Kopf im Takt, dann sagt er: „Ich kann es gar nicht beschreiben, so toll ist das“. Es würde sich anfühlen, als sei er wieder 20 Jahre jung, beschreibt er seine Emotionen, wenn er der Liverpooler Kultband lauscht.

Ungefähr in diesem Alter war Nawrotzki, als er seinen ersten – und zu seinem Bedauern auch einzig wirklichen – Kontakt mit den Beatles hatte. Obwohl: Auch dieser Kontakt beschränkte sich auf das Hören, das aber zumindest live. Nawrotzki lebte damals noch nicht in Hatzfeld, sondern nannte Stade sein Zuhause. Von der kleinen Hansestadt am Rande des Alten Landes ist es nicht weit bis nach Hamburg, etwas mehr als 40 Kilometer. Die Zugfahrt dauert etwa eine Stunde – dennoch war sie für einen jungen Mann kaum erschwinglich. „Durch die ganze Republik zu reisen zu seinen Lieblingsbands, das gab es damals noch nicht“, erinnert sich Nawrotzki. Mit dem Austragen von Zeitungen und dem Vorführen von Musikfilmen verdiente er sich ein wenig Geld hinzu. So kam er auch in Berührung mit der Musik der Beatles.

Irgendwann war genügend Geld übrig für eine Fahrt in die große Metropole Hamburg, zu den Beatles. Felix und seine Freunde bereitete sich stilecht vor: Torero-Schuhe mit Eisenbeschlägen, ein schwerer Anzug, das war Pflicht. „Meine Freunde hatten sogar einen Pilzkopf“, sagt Nawrotzki. Das wollte er seinen Haaren nicht antun. Mit nach Hamburg durfte er dennoch.

Aufgeregt saßen die jungen Burschen in dem Regionalzug, fieberten dem großen Erlebnis entgegen: die Beatles live. Die Band war zu dieser Zeit schon nicht mehr unbekannt. Von der ganz großen Hysterie aber waren sie noch entfernt. Regelmäßig spielten sie in Hamburger Clubs. Für den Eintritt aber hatten die jungen Stader kein Geld übrig. Sie waren in Hamburg und mussten der Musik ihrer Idole von außerhalb der Kneipe lauschen – wie viele andere auch. Für Nawrotzki war dies eines der bedeutendsten Erlebnisse seines noch jungen Lebens. Er zehrt heute noch davon, kann sich genau daran erinnern, wie euphorisch die Stimmung war.

Schock: Trennung und Tod

Die Trennung der Beatles war für den Musikliebhaber ein schwerer Schlag. Noch schwerer wog aber der gewaltsame Tod von John Lennon. „Ich war enttäuscht und traurig, dass ich so etwas erleben musste“, erinnert er sich. Yoko Ono aber, Lennons Frau, würde das Erbe des Musikers geschickt verwalten. Von den Solo-Karrieren der anderen Beatles ist Nawrotzki wenig begeistert: „Lieber habe ich sie zusammen gesehen“.

Umso größer war die Freude, als die Cavern-Beatles erstmalig in Frankenberg Station machten. Zwei mal hat er die Covergruppe bereits gesehen, zuletzt vor wenigen Wochen. „Das hielt mich gar nicht auf dem Stuhl“, sagt er und lächelt. „Wenn man mit so einer Musik groß geworden ist, dann ist das was ganz Besonderes“. Er lobt insbesondere die Echtheit, die Kostüme, die Realitätsnähe der Beatles-Coverband.

Lieber aber sind ihm seine Schallplatten, die CDs und sein Poster. Nawrotzki besitzt noch ein original Bravo-Poster aus den frühen 1960er Jahren. Auf der Rückseite lächelt Jürgen Marcus – meistens wahrscheinlich gegen eine Wand. „Wenn meine Frau nicht da ist, dann mache ich richtig laut“, gibt Nawrotzki zu. Seine Gisela würde zwar auch Beatles hören, lieber sei ihr aber Elvis. Zu schnulzig findet das Nawrotzki. Er legt lieber seine alte LP auf, dreht am Lautstärkeregler und reist in Gedanken nach Hamburg.

Kommentare