Ernsthausen

Ferdinand Hagenbach erhält die Plakette des Deutschen Wetterdienstes

- Burgwald-Ernsthausen (apa). Die Wetterdienstplakette vom Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Wolfgang Tiefensee erhält ein Ernsthäuser, der den Lauf der Natur im Wandel der Jahreszeiten immer genau im Blick hat.

Ferdinand Hagenbach kann genau sagen, an welchem Tag im Jahr 1985 die Kirschbäume in der Ernsthäuser Gemarkung zu blühen begannen. Er kann in wenigen Minuten herausfinden, wann die heimischen Landwirte im Jahr 1992 Mais ernteten. Ein Blick in seine kleinen Büchlein genügt.

Ferdinand Hagenbach übernimmt den so genannten Phänologischen Dienst für den Deutschen Wetterdienst (DWD). Er dokumentiert seit 25 Jahren die Entwicklung der Pflanzenwelt in der Ernsthäuser Gemarkung rund ums Jahr. Dafür erhält er am Donnerstag die „Wetterdienst-Plakette“. Mit den Schneeglöckchen fängt sein Jahresprogramm an, mit den abfallenden Nadeln der Lärche endet es. Dazwischen gibt es genau 134 Beobachtungen, die genau definiert sind. „Beim Mais ist man am meisten hinterher“, erzählt Ferdinand Hagenbach. Neun Daten von der Feldbestellung bis zu Ernte hat der pensionierte Polizeibeamte beim Mais pro Jahr zu ermitteln.

Dank seiner ehrenamtlichen Aufgabe hat sich Hagenbach allmählich zum Spezialisten entwickelt: Der 70-Jährige kennt die Unterschiede zwischen Milch-, Teig- und Gelbreife beim Mais und weiß, wann ein Apfel offiziell als reif gilt – nämlich wenn der Kern braun ist. Zudem hat er die ein oder andere zu beobachtende Art direkt im Garten angepflanzt.

Seit er den Phänologischen Dienst für den DWD übernommen hat, kennt sich Hagenbach gut aus mit verschiedenen Pflanzenarten und Obstsorten. Er veredelt seine Apfelbäume selbst, pflanzt Rosen und hat sich mit der optimalen Lagerung von Äpfeln und Birnen beschäftigt. So hat er bis zum Frühling etwas von seinen eigenen Bäumen – bis die ersten Scheeglöckchen ihre Köpfe aus der Schneedecke recken und er wieder mit Tagebuch und geschultem Blick in der Ernsthäuser Gemarkung unterwegs ist.

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