Frankenberg

Fernseh-Bauer tötet Frankenbergerin

+

- Frankenberg (rou). Eine gebürtige Heidelbergerin, die in den vergangenen 15 Jahren in Frankenberg gelebt hat, ist am Montag von ihrem Liebhaber umgebracht worden. Der 43-Jährige war durch seine Teilnahme an der Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ in Österreich bekannt geworden.

Die Tötung in Göstling an der Ybbs im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich ist seit Wochenbeginn das Thema in den Boulevard-Medien der Alpenrepublik. Den Berichten zufolge soll der 43 Jahre alte Alfred T. seine 45 Jahre alte Lebensgefährtin Cornelia L. in der Küche seines abgelegenen Bauernhofes mit mehreren Messerstichen getötet und sich dann selber das Leben genommen haben. Sein 14 Jahre alter Sohn soll zunächst die blutüberströmte Leiche der Frankenbergerin gefunden und anschließend die Polizei alarmiert haben. Die Beamten fanden später auch den Leichnam des Mannes.

Nationale Bekanntheit hatte der Landwirt im Jahr 2005 durch seine Teilnahme an der Show „Bauer sucht Frau“ erlangt. Die Liebe fürs Leben fand der geschiedene Vater dreier Kinder in der Kuppelsendung aber nicht. Laut Medienberichten soll der Landwirt im Internet die Frau aus Frankenberg kennengelernt haben. Vor einem halben Jahr soll sie dann auf dem Bauernhof in der 2200-Einwohner-Gemeinde am Fuße des Hochkars eingezogen sein.Nach Angaben des Landeskriminalamts Niederösterreich sei bei der Leichenschau ein Abschiedsbrief in der Hosentasche des Landwirts gefunden worden. Angaben zum Inhalt des Schreibens wurden von der Polizei nicht gemacht – vor allem aus Rücksicht auf die 13 und 14 Jahre alten Söhne und die 16-jährige Tochter.

Nach der Scheidung ihrer Eltern sollen die Kinder zunächst bei der Mutter gelebt, zuletzt aber wieder auf dem Hof des Vaters gewohnt haben. Allerdings sei die Sachlage aus den Zeilen klar hervorgegangen, sodass die Staatsanwaltschaft St. Pölten auch auf eine Obduktion der Leichen verzichtete, erklärte ein Polizeisprecher. „Ich habe ihn vor eineinhalb Wochen getroffen, da habe ich keine Anzeichen für eine derart unfassbare Tat gesehen“, wird Reinhard Blamauer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Göstling-Hochreit, auf der österreichischen Internetseite www.nachrichten.at zitiert. Alfred T. sei 27 Jahre lang in der Wehr aktiv gewesen. „Der Fredl war immer lustig und hilfsbereit. Und hat jemand etwas gebraucht, dann war er zur Stelle.“

Laut Göstlings Amtsleiter Walter Ruspekhofer sei der Landwirt ein „netter, fleißiger Kerl gewesen. Ich kann mir diesen Ausraster nicht erklären“. Andere Medien wollen in Erfahrung gebracht haben, dass Alfred T. mehrere Waffen besaß und mit derben Sprüchen aufgefallen sei. „Cornelia L. stand ihm in nichts nach, soll ihm sogar einmal die Kleidung angezündet haben“, ist auf der Internetseite www.heute.at über die Beziehung zu lesen. Zuletzt hätten Streitigkeiten zwischen den beiden auf der Tagesordnung gestanden.

Österreichische Zeitungen berichteten, Cornelia L. habe zuletzt in Nordrhein-Westfalen gelebt. Volker König, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg, bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung allerdings, dass sie in Frankenberg gemeldet gewesen sei. In die weiteren Ermittlungen sei die hiesige Polizei bislang jedoch noch nicht eingebunden.

Kommentare