Bromskirchen

Feuer in Unterlinspher Mühle

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- Bromskirchen (da). In der Unterlinspher Mühle hat es am frühen Dienstagmorgen gebrannt. Eine 88 Jahre alte Frau erlitt eine Rauchvergiftung, ihre Tochter und ihr Urenkel blieben unverletzt. Eine Katze starb.

Bromskirchen. Offenbar sind die drei Hausbewohner nur knapp Schlimmerem entgangen: Als der 16-jährige Enkel der Besitzerin gegen 1.45 Uhr am frühen Dienstagmorgen zur Toilette musste, bemerkte er nach Polizeiangaben den Qualm. Er wählte den Notruf und weckte seine 68-jährige Großmutter, der das Haus gehört, und deren 88-jährige Mutter.

Die Feuerwehren aus Bromskirchen, Somplar und Frankenberg rückten zu der ehemaligen Mühle aus. Das Innere des Gebäudes war zu diesem Zeitpunkt stark verqualmt.

Die betagte Seniorin wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Frankenberger Krankenhaus gebracht, sie konnte die Klinik aber schon gestern wieder verlassen. Ihre Tochter und der Urenkel kamen noch in der Nacht in einem Gasthof unter. Eine Katze kam in dem Qualm um, eine weitere Katze wurde gerettet. Der Schaden beläuft sich auf insgesamt 30 000 Euro.Der Brand war im Erdgeschoss des Hauses ausgebrochen. Nach Angaben von Gemeindebrandinspektor Reiner Strieder, der den Einsatz leitete, befindet sich in dem Wohnraum ein Kachelofen. Die Rohre des Ofens verlaufen durch die Decken und haben sich offenbar in der Nacht so stark erhitzt, dass sie das Feuer auslösten. Der Bezirksschornsteinfeger habe den Ofen jetzt stillgelegt, sagte Reiner Strieder. Schon vor 17 Jahren war im gleichen Raum des Hauses in Feuer ausgebrochen, erinnerte er sich. Damals seien die Folgen aber weniger schlimm gewesen.

Rauchmelder, die frühzeitig vor den giftigen Gasen warnen, waren nicht installiert. Das dringende Bedürfnis des Jungen rettete somit drei Menschenleben: „Sonst wäre es den Bewohnern wie der Katze gegangen“, beschrieb der Gemeindebrandinspektor die mögliche Konsequenz.

Die Löscharbeiten gestalteten sich am Dienstag schwierig, weil das Feuer in der Decke schwelte. Die Einsatzkräfte benutzten die Wärmebildkamera, um Glutnester zu orten. Weil Reiner Strieder weitere Atemschutzgeräteträger für die langwierigen Löscharbeiten benötigte, forderte er die Kameraden aus Allendorf nach. Insgesamt waren rund 40 Brandschützer vor Ort. Wasser entnahmen sie aus dem Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 der Bromskirchener Wehr, das über einen 2450 Liter großen Tank verfügt. Allerdings sei nur wenig Wasser verbraucht worden, um Schäden zu vermeiden, sagte Strieder.

Glutnester wurden nach draußen gebracht und dort abgelöscht. Bis 7 Uhr dauerten die Arbeiten, eine Brandwache blieb noch bis 10 Uhr.

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