Feuerwehr bekommt fahrendes Büro

- Battenberg (da). Am Dienstagabend nahm die Battenberger Feuerwehr einen neuen Einsatzleitwagen offiziell in Dienst. Bürgermeister Heinfried Horsel übergab das Fahrzeug an die Brandschützer. Der Wagen wurde gebraucht gekauft und von den Kameraden umgebaut.

Es sei bereits die zweite Übergabe eines Feuerwehrautos in diesem Jahr, erinnerte Bürgermeister Heinfried Horsel: Im Februar hatten die Battenberger Einsatzkräfte einen neuen Mannschaftstransporter erhalten. Geplant war der Kauf des Einsatzleitwagens (ELW) nicht. Das Vorgängerfahrzeug, ein vor zwölf Jahren in Dienst gestellter und schon damals gebrauchter Ford Transit, wäre allerdings nur mit hohen Kosten durch die TÜV-Überprüfung gekommen. Deshalb entschied der Haupt- und Finanzausschuss im Juni kurzfristig, 16 000 Euro für einen Gebrauchtwagen bereitzustellen – Horsel sprach von einer „Blitzaktion“. „Ein Neufahrzeug hätte unsere finanziellen Möglichkeiten bei Weitem überstiegen. Bereits mit der Renovierung des Feuerwehrhauses im Rahmen des Konjunkturprogramms mit einer Investitionssumme von über 200 000 Euro sind wir an unsere Grenzen gegangen.“ Ein geeignetes Fahrzeug hatten die Feuerwehrleute schnell gefunden: Ein VW-Transporter vom Typ T5, vier Jahre alt und mit einer Laufleistung von 236 000 Kilometern. Der Dieselmotor leistet 130 PS. Die hohe Kilometerzahl sei kein Problem, der Wagen könne viele Jahre seinen Dienst in Battenberg tun und sei ideal, sagte Wehrführer Michael Wenzel. Der Transporter war vorher beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) im Einsatz und war schon für die Ansprüche der Feuerwehr ausgestattet: beispielsweise mit einem kleinen Schreibtisch, Schränken und drehbaren Vordersitzen. Die silberne Grundfarbe blieb, ein Battenberger Betrieb beklebte den Wagen mit roten Folien, die teilweise reflektieren. Besonders auffällig leuchtet das Heck. Auch die Beschriftung und die Umrisse der Stadtansicht wurden aufgeklebt. Die vier Funkgeräte stammen aus dem alten ELW, ebenso das hintere Blaulicht. Die vordere Signalanlage wurde neu aufgebaut. Die Mitglieder der Einsatzabteilung steckten zahlreiche Stunden Eigenleistung in den Umbau des Autos. Der Wagen kostete 12 000 Euro, die restlichen bereitgestellten 4000 Euro wurden in den Umbau investiert. „Ich hoffe, dass er genauso gut fährt, wie er aussieht“, sagte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Horst Benner-Hensel. Er lobte die Investitionen der Stadt in den Brandschutz. „Die Feuerwehren sind gut aufgestellt. Was in Battenberg in den vergangenen Jahren geleistet wurde, ist sehenswert.“ Stadtbrandinspektor Günter Hallenberger wünschte den Kameraden, dass sie stets gesund von den Einsätzen mit dem Fahrzeug zurückkehren. Wehrführer Wenzel erklärte das Fahrzeug. Beladen ist der Transporter unter anderem mit zwei Atemschutzgeräten und Plänen von öffentlichen Gebäuden, denn im Ernstfall wird vom Leitwagen aus ein Einsatz koordiniert. Bei größeren Bränden ist er Anlaufstelle für andere Feuerwehren. Verbunden wurde die Übergabe mit einer geselligen Feier im Stützpunkt der Battenberger Feuerwehr. Zu Gast waren auch Kameraden der Stadtteilwehren sowie mehrere Stadtverordnete und Stadträte.

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