Jahreshauptversammlung der Frankenberger Brandschützer

Feuerwehr rettet zehn Menschenleben

+
Vorsitzender Kai Jonietz (rechts) mit den Geehrten (von links) Kurt Müller, Alfred Köbernik und Heinz Gebertshan.Foto: Mark Adel

Frankenberg - Die Mitglieder der Einsatzabteilung benötigen dringend eine Waschanlage für die rund 900 Schläuche. Ansonsten sei die Wehr gut ausgestattet, berichtete Wehrführer Stefan Stroß während der Jahreshauptversammlung.

137-mal mussten die Aktiven im vergangenen Jahr ausrücken – das waren sieben Einsätze weniger als im Jahr 2011, sagte Stroß. „Allerdings war der Aufwand an Ausbildungen, Veranstaltungen und Diensten um einiges höher“, sagte der Wehrführer.

Mehr als die Hälfte der Einsätze, nämlich 72, entfallen auf Hilfeleistungen: 17-mal mussten die Helfer Ölspuren beseitigen, elf Man zu schweren Verkehrsunfällen ausrücken. Hochwassereinsätze, Türöffnungen bei Notfällen und die Unterstützung des Rettungsdienstes gehörte zu den weiteren Einsätzen. 30 Fehlalarme wurden verzeichnet. Zu Bränden wurde 33-mal alarmiert. Zweimal leisteten die Freiwilligen Brandsicherheitsdienste.

Die Feuerwehrleute betreuten und versorgten 32 Verletzte. „Zehn Personen sind direkt durch die Einsatzkräfte gerettet worden“, sagte Stroß. Acht Menschen konnten nur noch tot geborgen werden. In dieser Statistik sind aber auch vier Tote des Brands in Neukirchen enthalten – dorthin hatten Mitglieder der Frankenberger Wehr lediglich den Rettungsdienstleiter gefahren, aber nicht gelöscht. Drei Tote waren bei einem Unfall auf der Umgehungsstraße zu beklagen, eine Leiche wurde bei einem Brand in Bottendorf geborgen. Die Aktiven trafen sich zu 51 Übungsdiensten, zusätzlich wurden sie bei 23 Treffen in neue Geräte und Fahrzeuge eingewisen. Insgesamt seien es 3672 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung gewesen, berichtete Stroß.

Weitere Tätigkeiten waren Brandschutzerziehung, die Teilnahme am Tag der Reserwisten und am Tag der offenen Tür der Burgwaldkaserne, „Insgesamt sind es über 4800 ehrenamtlich geleistete Stunden.“

Insgesamt sind 61 Einsatzkräfte in der Wehr. Darunter sind auch Aktive in doppelter Funktion: Sie gehören eigentlich anderen Einsatzabteilungen an, arbeiten aber in Frankenberg und stehen der Wehr der Ederstadt zur Verfügung. „Einige Karteileichen gehören aber leider auch dazu“, bedauerte Stroß. Der Wehrführer mahnte an, dass die Einsatzkräfte dringend eine Schlauchwaschanlage für das Katastrophenschutzzentrum benötigten. Bislang werden die Rohre nach Einsätzen in Korbach gesäubert. „Es kann nicht sein, dass eine Feuerwehr von unserer Größenordnung nach einem Großbrand vier Wochen auf 60 Druckschläuche warten muss. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden.“

Im vergangenen Jahr wurde Ausrüstung für mehr als 400000 Euro aus Haushalt und Budget angeschafft: Unter anderem ein neues Tanklöschfahrzeug, ein Rettungsboot, Atemschutzausrüstung, persönliche Schutzausrüstung und neue Spinde für die Umkleide.

Vorsitzender Kai Jonietz berichtete von den Terminen des Feuerwehrvereins im vergangenen Jahr. Die Mitglieder trafen sich unter anderem zum Fleischwurstesse, Behördenschießen und zum Schlachteessen. Er bedauerte die geringe Beteiligung an der Gedenkfeier zum Volkstrauertag.

Die Jugendfeuerwehr besteht derzeit aus elf Mitgliedern: Sieben Jungen und vier Mädchen, die sich einmal pro Woche treffen. Neben feuerwehrtechnischer Ausbildung kam auch der Spaß nicht zu kurz, berichtete Roccio Barreda. Sie steht künftig nicht mehr für die Betreuung des Nachwuchses zur Verfügung, Jugendwartin Karina Schween übernimmt das vorerst alleine.

„Jeder, der ein Haus besitzt, müsste auch Mitglied in der Feuerwehr sein“, forderte Bürgermeister Rüdiger Heß. Er verwies auf die hohen Ausgaben, unter anderem wegen der Einführung des Digitalfunks. Ottmar Vöpel, Leiter der Frankenberger Polizeistation, danke den freiwilligen Helfern für die Beamten der Polizeistation. Es herrsche ein gutes Verhältnis. Ein Grußwort sprach auch der stellvertretende Stadtbrandinspektor Jörg Paulus

Vorsitzender Kai Jonietz ehrte langjährige Mitglieder der Feuerwehr.

Für 40-jährige Zugehörigkeit: Kurt Müller, Alfred Köbernik und Karl-Heinz Sauer.

Für 50 Jahre: Heinz-Willi Röse.

Für 60 Jahre: Heinz Gebertshan und Willi Koppe. Nicht alle Geehrten waren anwesend. (da)

Kommentare