Elsbeth Dreher aus Battenberg fertigt kunstvolle Eier

Filigrane Kunst auf Eierschalen

Battenberg - "Die gleichen sich wie ein Ei dem anderen" - diesen Satz würde Elsbeth Dreher wohl nie sagen. Denn sie weiß: Jedes Ei hat eine andere Schale, eine andere Struktur, sogar die Form variiert leicht. Natürlich geht es dabei um Feinheiten, doch die spürt die Battenbergerin ganz genau, wenn sie mit der Feder hauchfeine Linien aus Wachs auf die Eierschalen zieht.

Elsbeth Dreher hat sich einem ganz besonderen Kunsthandwerk verschrieben: Sie bemalt Ostereier in Mardorfer Wachsbatik, die sich durch filigrane Muster und Sprüche in Sütterlin-Schrift auszeichnet.

Die ersten Ostereier, die sie auf diese Weise bemalt hat, bewahrt sie noch immer in einem Eierkarton auf. Sie entstanden 1998: Sie sah einer Bekannten dabei zu, wie sie Eier mit der Mardorfer Technik gestaltete. „Sie sagte: ‚Das kannst du auch!‘ So fing das an“, erinnert sich Elsbeth Dreher. Seither greift sie Jahr für Jahr vor Ostern zur Feder und lässt ihrer Kreativität freien Lauf.

Linien und Kringel entstehen frei Hand

Dafür nutzt sie weiße und braune Hühnereier sowie Gänseeier. Zuerst reibt sie die Schalen so lange mit Essig ab, bis der Stempel entfernt ist - eine etwas mühselige Arbeit. Dann zeichnet sie mit dünnen Bleistiftlinien Muster, Kreise oder Herzen vor - allerdings nur die Konturen. Die zahllosen feinen Linien, Kringel, Schlaufen, Blätter und Muster fügt sie nach und nach frei Hand hinzu. „Manchmal fällt mir erst mal nichts ein, und dann wieder habe ich eine tolle Idee und es geht ruckzuck“, erzählt sie schmunzelnd.

Das Bienenwachs erhitzt sie in einem kleinen Blechbecher auf einer Campingkochplatte, bis es ganz flüssig ist, und nutzt es wie Tusche: Sie taucht die Feder ein und zeichnet damit Linien auf die Schalen. Wie das Ei am Ende aussehen soll, plant sie vorher nicht. Sie entscheidet spontan, während sie daran arbeitet. Etwa zwei bis drei Stunden dauert es, bis ein Batik-Ei fertig ist.

Die Konzentration auf die kleinen Details lässt sie abschalten und entspannen: „Das beruhigt mich total.“ Neben einer ruhigen Hand sind Kreativität und Geschick gefragt - die Mardorfer Malerei hat also einige Parallelen zur Handarbeit.

Von Andrea Pauly

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