Frankenberg

FingerHaus als bester Mittelständler 2009 ausgezeichnet

- Frankenberg (rou). Der Fertighaushersteller FingerHaus ist von der Oskar-Patzelt-Stiftung beim „Großen Preis des Mittelstandes“ als bestes Unternehmen 2009 ausgezeichnet worden. Dem Frankenberger Traditionsunternehmen wurde als erstem Fertighaushersteller überhaupt die begehrte „Premier“-Statue verliehen.

Er ist nur knapp anderthalb Zentimeter groß, für die Geschäftsführer des Fertighausherstellers FingerHaus ist der goldene Reversanstecker in Form der „Oskar“-Statue zurzeit jedoch das äußere Zeichen ihres inneren Stolzes. Und deshalb tauschten die Geschäftsführer Willi Schäfer und Mathias Schäfer sowie Klaus Cronau am Montag ausnahmsweise die FingerHaus-Anstecker mit denen der Patzelt-Stiftung.

Die hat das Traditionsunternehmen am Samstag in Berlin mit der höchsten Auszeichnung dekoriert, die von ihr vergeben wird. Nach der Auszeichnung mit dem „Oskar für den Mittelstand“ im Jahr 2000 und der Ehrung als „Premier-Finalist“ 2006 wurde FingerHaus diesmal als einziges mittelständisches Unternehmen mit dem „Premier“ ausgezeichnet. „Jetzt haben wir den Thron des Erreichbaren bestiegen“, sagt Geschäftsführer Klaus Cronau. „Eine Steigerung ist beim Wettbewerb der Patzelt-Stiftung nicht möglich.“

Mehr als 3300 kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland waren von 1400 Institutionen, Kommunen und Verbänden für den Wettbewerb nominiert worden. Der ist in der Öffentlichkeit nicht so bekannt wie andere Preise, für die teilnehmenden Betriebe hat eine Auszeichnung jedoch einen unschätzbaren Wert. „Das ist ein spannender Wettbewerb, weil sich niemand selber ins Rampenlicht rücken kann, sondern nominiert werden muss“, erklärt Mathias Schäfer.

Seit 15 Jahren werden die Patzelt-Preise verliehen. Eine ehrenamtliche Jury entscheidet in einem mehrstufigen Verfahren über die Sieger, zunächst auf Landes-, dann auf Bundesebene. Kriterien sind die ganzheitliche Unternehmensentwicklung und die Rolle innerhalb der Gesellschaft. Für die Endausscheidung um die Auszeichnung als „Premier“ hatten sich fünf Unternehmen qualifiziert. Aus dem Hause FingerHaus nahmen die drei Geschäftsführer, Prokurist Stefan Ochse und Gesellschafter Hans-Adam Ochse jeweils in Begleitung ihrer Partnerinnen an der Gala in Berlin teil.

„Wir hatten eine gewisse Ahnung, die Reihenfolge der Sieger wird im Vorfeld aber absolut verschwiegen behandelt“, sagt Willi Schäfer. Umso größer sei dann die Freude gewesen, als am Samstagabend beim Bundesball die Scheinwerfer den Tisch hell erleuchteten, an dem die zehn Frankenberger Platz genommen hatten. „Die Preisverleihung ähnelt der ,Oscar'-Verleihung“, sagt Cronau. Nur Dankesreden gebe es keine.

Bei der Übergabe der etwa 40 Zentimeter hohen weißen „Oskar“-Statue fühlte sich offensichtlich auch die Jury in ihrer Entscheidung bestärkt, dass es genau richtig war, FingerHaus als erst zweites hessisches Unternehmen mit dem „Premier“ auszuzeichnen. Entsprechende Andeutungen machten laut Cronau die Laudatoren Dr. Helfried Schmidt und Petra Tröger. Der Grund: „Wir haben die Bühne breit ausgefüllt“, erläutert er. Während bei den Nominierung 2000 und 2006 Willi Schäfer die Siegerpreise in Empfang genommen hatte, präsentierten sich am Samstag die beiden Geschäftsführer-Generationen des Frankenberger Unternehmens dem Mittelstand: „Es war mir wichtig, auch die Junioren mit einzubinden“, erklärt Willi Schäfer. Und damit lieferte FingerHaus den besten Beweis dafür, dass der Fertighaushersteller ein würdiger „Premier“ ist. Schließlich steht der Preis in besonderem Maße für die kontinuierliche positive Entwicklung eines Mittelständlers.

FingerHaus baut in diesem Jahr knapp 600 Häuser, die bundesweit montiert und teilweise sogar ins europäische Ausland geliefert werden. Mit 24 Musterhäusern und 28 Beratungsbüros ist das 390 Mitarbeiter zählende Unternehmen flächendeckend in Deutschland vertreten. Angestellt sind 30 Auszubildende. In diesem Sommer hat FingerHaus das 7000. Haus gebaut und mit 50 Neueinstellungen ein deutliches Zeichen gegen die aktuellen Trends gesetzt, erklärten die Geschäftsführer gestern.

Die Laudatoren lobten, dass sich FingerHaus zum größten Bauunternehmen in Nordhessen und unter die Top Fünf der Fertighausbranche vorgearbeitet habe. Das Unternehmen investiere in die Zukunft und habe 2008 die gesamte Unternehmenslogistik neu ausgerichtet. Hervorgehoben wurden auch die Innovationsbereitschaft bei den administrativen Prozessen, der Umgang mit dem Traditionswerkstoff Holz, die Ressourcen schonende Bauweise sowie das solide Finanzmanagement bei Wachstum mit Augenmaß.

Trotz der Weltwirtschaftskrise und gegen den Trend habe FingerHaus seine Fertigungskapazitäten zwei- und dreischichtig ausgelastet, hieß es in der Laudatio. IT-basierte Fertigungsprozesse, das papierlose Büro, eigene Material- und Produktforschung und -entwicklung sowieeine flächendeckende Präsenz am Markt seien für das Unternehmen selbstverständlich.In den letzten fünf Jahren seien Umsatz, Investitionen, Mitarbeiter- und Auszubildendenzahl deutlich gesteigert worden. Breit aufgestellt sei auch das regionale Engagement des Unternehmens durch die Unterstützung sozialer Projekte und die Mitarbeit in Verbänden.

„Die Auszeichnung ist nicht nur ein Preis für das Unternehmen, sondern vor allem eine besondere Auszeichnung für die Mitarbeiter“, sagt Willi Schäfer. Und die werden den „Premier“ fortan täglich sehen: In einer Vitrine in der Empfangshalle am Unternehmenssitz in der Auestraße findet der „Oskar“ einen Platz neben den ersten beiden Auszeichnungen.

Doch auch alle Kunden sollen von der Ehrung erfahren, denn die Statue eignet sich auch als Verkaufsargument, ist Marketingleiterin Kerstin Lidgett überzeugt. „Der Preis ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.“ FingerHaus ist das erste Unternehmen in der Fertighausbranche, das von der Oskar-Patzelt-Stiftung zum besten Mittelständler Deutschlands gekürt wurde.

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