Ropal schafft in ehemaligen Frick-Hallen Voraussetzung für Serien-Fertigung

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Neue Produktionsstätte in Burgwald: Die Firma Ropal zieht in die ehemaligen Frick-Hallen um und investiert in Burgwald drei Millionen Euro. Geschäftsführer Dornseif zeigt die Halle.

Allendorf-Eder/Burgwald. Die ehemaligen Hallen am Ortseingang von Burgwald wurden schon ganz unterschiedlich genutzt: von der Teppich-Firma Frick, dem Industriebürsten-Hersteller Osborn und zuletzt von der Firma DTRW, die Textil-Recycling betreibt.

Er hat die Hallen zunächst angemietet – mit der Option, sie später zu kaufen. Während die Textilrecycling-Firma auszieht, bauen Arbeiter Maschinen der Firma Ropal im Wert von drei Millionen Euro auf.

Hauptbestandteile des von Ropal patentierten Verfahrens „Chrom Optics“ ist ein chemischer Prozess. Dabei erhält das Material unter Hochvakuum eine hauchdünne Aluminium-Schicht. Diese Schicht wird dann durch einen Decklack geschützt.

Das Besondere ist laut Dornseif der Schutz gegen Korrosion und die Tatsache, dass mit dem Ropal-Verfahren auch Werkstücke „veredelt“ werden können, die sich nicht für ein galvanisches (elektrisches) Verfahren eignen.

„Bearbeiten können wir im Grunde jedes lackierfähige Material – außer Holz und Schäume“, sagt Dornseif. Verarbeitet wird auch Kunststoff für den Bad Arolser Sanitärausrüster Hewi; beispielsweise Stütz-/Klappgriffe oder Duschhalterungen im barrierefreien Segment. „Rheuma- oder Gichtpatienten brauchen Materialien, die sich warm anfühlen“, erklärt Dornseif. Deshalb bestehen die Klappgriffe aus Polyamid 6. Das sieht aus wie Metall, fühlt sich aber ganz anders an.

Im Automobilbereich wurden bereits Felgen beschichtet und ein Harley-Davidson-Motorrad beinahe komplett verchromt. „Bei VW haben wir die Interieur-Freigabe“, berichtet Dornseif. Damit gemeint ist die Zulassung, alle Teile des Kfz-Innenraums zu veredeln. Das geht übrigens nicht nur in Silber, sondern in jeder Farbe des Regenbogens. Die Voraussetzungen sind also gut, zahlreiche Kontakte geknüpft, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

Ihr „nasschemische Verfahren“ hat sich die Firma patentieren lassen. Neben „Chrom Optics“ bietet Ropal auch eine Pulverbeschichtung an, in gewaltigen Dimensionen: Die Anlage, die gerade in Burgwald entsteht, ist für Werkstücke bis zu sieben Metern Länge, drei Metern Breite, zwei Metern Höhe und einem Gewicht von 3,5 Tonnen ausgelegt. So können auch ganze Treppen oder Fertighaus-Teile gepulvert werden.

In Allendorf wurde überwiegend entwickelt. Für größere Aufträge reichen die dortigen Räume aber nicht aus. Deshalb expandiert Ropal. Zu den bisherigen zehn Mitarbeitern hat Matthias Dornseif schon zwei neue eingestellt. Drei weitere sollen bis zum Produktionsstart im August folgen. Lobend äußert sich der Geschäftsführer über die Unterstützung durch Bürgermeister Lothar Koch: „Wenn ich heute irgendetwas benötige, war es gestern schon da.“

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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