Frankenberg

Fleischerei Heinrich zahlungsunfähig

- Frankenberg (r/md). Der alteingesessene Fleischerei-Betrieb Heinrich hat beim Amtsgericht Marburg einen Insolvenzantrag gestellt. Der Inhaber der Fleischerei, Dirk Heinrich, hat den Insolvenzantrag auf Zahlungsschwierigkeiten gestützt.

Mit Beschluss vom Amtsgericht Marburg wurde Rechtsanwalt Hartmut Mitze (Frankenberg) als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Die Fleischerei Heinrich wird in zweiter Generation betrieben und ist seit 1961 in Frankenberg ansässig. Neben dem Hauptgeschäft in der Frankenberger Fußgängerzone führt das Unternehmen bisher noch Filialen am Obermarkt und in Röddenau. Zudem wird ein Party-Service betrieben.

Unmittelbar nach seiner Bestellung zum vorläufigen Insolvenzverwalter haben Rechtsanwalt Mitze und dessen Mitarbeiter mit der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und der Erhebung der notwendigen betriebswirtschaftlichen Daten begonnen. Hierzu teilt der vorläufige Insolvenzverwalter mit, dass alle Möglichkeiten der Sanierung des Unternehmens geprüft werden. Von der Insolvenz sind elf Arbeitnehmer betroffen, davon drei Arbeitnehmer mit mehr als oder nahezu 40-jähriger Betriebszugehörigkeit, erklärt Mitze gegenüber der Frankenberger Zeitung.

Bereits vor Insolvenzantragstellung hatte Dirk Heinrich die Entscheidung getroffen, den Fleischereibetrieb zum 31. Mai 2010 einzustellen. Zugleich wurden die bestehenden Arbeitsverhältnisse gekündigt. Es ist beabsichtigt, den Betrieb künftig schwerpunktmäßig auf den Party-Service und die Belieferung von Großkunden im Rahmen eines Frühstücksservice, Mittagstisches und der Verköstigung in Firmenkantinen auszurichten. Dennoch haben Mitze als vorläufiger Insolvenzverwalter und Dirk Heinrich entschieden, einen Interessenten für das Haupthaus in der Neustädter Straße 10 zu suchen, um den Verlust der Arbeitsplätze und mögliche negative Auswirkungen auf den Standort Fußgängerzone Frankenberg zu vermeiden, erklärt Mitze. In einer Betriebsversammlung am vergangenen Montag hätten die Arbeitnehmer das Vorhaben begrüßt und zugesagt, den vorläufigen Insolvenzverwalter hierbei zu unterstützen.

„Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wurde die Filiale in Röddenau bereits geschlossen und geräumt“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. In der Filiale am Obermarkt wird in den nächsten Tagen ein Räumungsabverkauf durchgeführt, danach wird auch sie geschlossen, sagt Mitze. Der Verkauf im Haupthaus des Unternehmens in der Fußgängerzone wird vorerst ohne Einschränkungen zu den gewohnten Öffnungszeiten weiterlaufen. Die in dem Zusammenhang notwendigen Gespräche mit Vertragspartnern und Lieferanten stünden, soweit sie nicht schon geführt worden sind, in den nächsten Tagen an.

Über die Gründe der Krise könne noch keine verlässliche Aussage getroffen werden. „Sicherlich ist neben kaufmännischen Fehlern die Insolvenz auch der allgemein schwierigen Situation im Fleischerhandwerk, der überhand nehmenden Verwaltungsvorschriften und dem allgemeinen Verbraucherverhalten, welches immer mehr in Richtung Masse statt Klasse geht, geschuldet“, sagt Rechtsanwalt Mitze.

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