Jetmeeting lockt Modell-Piloten aus ganz Deutschland nach Frohnhausen

Fliegengewichte mit viel Kraft im Heck

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Viele beeindruckende Modelle waren beim Jetmeeting zu sehen – von armlang bis zu menschengroß.

Battenberg-Frohnhausen - Pfeilschnell sind sie in der Luft unterwegs - Miniaturen weltbekannter Jets. Bastler aus ganz Deutschland haben sich am Wochenende in Frohnhausen zum Erfahrungsaustausch getroffen.

Der Düsenjäger pfeift durch die Luft, knapp 300 Kilometer in der Stunde schnell. Dann ein Geräusch wie bei einer Fehlzündung, die Augen gehen nach oben. Der Flieger legt sich bedenklich in Schräglage. Der Pilot reißt an seiner Fernsteuerung – vergebens: Das Flugzeug schlägt auf einem Frohnhäuser Acker auf, Wrackteile fliegen durch die Luft, eine kleine Wolke steigt auf.

Für den Besitzer war das ein teurer Flug. Die Laune verderben lässt er sich davon nicht. Mit rund 35 anderen Miniatur-Jet-Piloten ist er in den Battenberg Stadtteil gefahren, um Erfahrungen auszutauschen – und wenn es schmerzhafte Erfahrungen sind. „Genau darum geht es uns eigentlich: Mit Gleichgesinnten zusammenzukommen und sich auszutauschen“, sagt Oliver Schakel vom gastgebenden Modellflugclub Edertal.

Bewusst wurde das Treffen nicht öffentlich beworben. Doch wie ein Lauffeuer verbreitete sich der Veranstaltungstipp in einschlägigen Foren im Internet. „Es sind Menschen aus ganz Deutschland hier“, sagt Schakel. Die Nummernschilder weisen neben viel KB auch auf Modellflieger aus Siegen, Stuttgart und Ostdeutschland hin.

Ideale Startbedingungen

Rund 35 Flugzeugbesitzer nutzen das schöne Wetter und die idealen Bedingungen in Frohnhausen: „Wir sind hier rund 1,5 Kilometer von jeder Bebauung entfernt und haben kaum Einschränkungen“, erklärt Mit-Organisator Oliver Dannler. Da können die Maschinen auch mal an ihre Grenzen gebracht werden: Rund 380 Kilometer in der Stunde ist eines der schnellsten Modelle unterwegs. Kaum armlang, zischt es als bunter Punkt vor blauem Himmel über den Gästen hinweg.

Im Gegensatz dazu: Ein 29 Kilogramm schwerer Koloss. Der Eigentümer, Pilot bei Ryan Air, hat für den Flug eigens eine Erlaubnis vom Regierungspräsidium einholen müssen. Denn in Frohnhausen dürfen eigentlich nur Maschinen bis 25 Kilogramm abheben. Auch deshalb sorgt die Maschine für einige Begeisterung bei den Fans aus ganz Deutschland. Ein Standard-Bausatz ist sie nicht. „Man muss sich in der Technik auskennen, in der Physik und in vielem mehr“, sagt Schakel.

Die Jetfliegerei ist nicht nur wegen der verhältnismäßig hohen Kosten kein Anfänger-Hobby. Kaum eine Maschine an diesem Wochenende in Frohnhausen ist ein original Herstellerprodukt. Noch Minuten vor dem Abflug wird geschraubt, gefachsimpelt, gebastelt. „Bei solchen Treffen kommen einem manchmal genau die Ideen, die es braucht, damit der Flieger richtig fliegt“, weiß Schakel. Er selbst baut an einem Phantom. Den hat die Luftwaffe gerade ausgemustert, bei ihm steht der Jungfernflug noch bevor. 120000 Umdrehungen schafft die Turbine – und braucht bei Volllast bis zu 600 Milliliter Kerosin pro Flugminute. (gl)

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