Flüchtling findet 1500 Euro - und verzichtet auf Finderlohn

Ehrlicher Finder: 1500 Euro hatte der Iraker Hussein Alsharfi (Mitte) in Frankenberg gefunden und beim Fundbüro abgegeben. Dem ehrlichen Finder dankte Bürgermeister Rüdiger Heß (links). Mit im Bild: Günter Ahlborn vom Haus Ahlborn. Foto:  mjx

Frankenberg. Flüchtling Hussein Alsharfi aus dem Irak hat in Frankenberg 1500 Euro gefunden und beim Fundbüro abgegeben. Der Eigentümer des Geldes konnte ermittelt werden, einen Finderlohn hat der 26-Jährige aus Bagdad abgelehnt.

Dafür hat Bürgermeister Rüdiger Heß dem jungen Mann jetzt beim „Fest der Begegnung“ in der Frankenberger Flüchtlingsunterkunft Ahlborn gedankt. Heß überreichte Alsharfi ein Geschenk als „bleibendes Andenken an Frankenberg“. „Für eine solche Ehrlichkeit wollen wir ihn ehren“, sagte Heß.

Eine Frau hatte das Geld verloren. Hussein Alsharf war nach dem Fund zunächst zur Polizei gegangen, danach brachte er das Geld ins Fundbüro.

Beim „Fest der Begegnung“ rund um das „Haus Ahlborn“ am Kegelberg in Frankenberg haben rund 180 Gäste ein unterhaltsames Sommerfest gefeiert - darunter Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Somalia und Eritrea, aus dem Irak und dem Iran.

„Unser Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen zusammenzubringen“, sagte Anke Katte vom Frankenberger „Netzwerk Integration“. Der erst seit einem halben Jahr bestehende gemeinnützige Verein hatte das Fest „zum gegenseitigen Kennenlernen“ organisiert.

Hussein Alhassan übersetzte die Rede von Bürgermeister Heß ins Arabische. Zudem bedankte er sich bei den Organisatoren für das Sommerfest - und auch bei Gott: „Er hat uns zusammengeführt“, sagte Alhassan: „Heute zeigen wir der ganzen Welt, dass wir in Frieden miteinander leben können.“ Dabei betonte er, dass die Flüchtlinge Bestandteil der Gesellschaft werden und hier in Frieden leben wollen: „Ich fühle mich hier geliebt wie in meiner Heimat.“ Jeder Mensch habe eine Heimat - „aber wir haben zwei“. (mjx)

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Quelle: HNA

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