Flüchtlinge: Bedarf an Kita-Plätzen in Waldeck-Frankenberg steigt

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Flüchtlingskinder im Kindergarten Röddenau: Nudem und Nujiyan (von links) sind türkischer Herkunft und haben sich hier schon längst eingelebt. Auch Silva aus Syrien fühlt sich in der Kindertagesstätte Röddenau sichtlich wohl.

Waldeck-Frankenberg. Der Bedarf an Kindergartenplätzen für Flüchtlingskinder in Waldeck-Frankenberg steigt. Derzeit besuchen nach Angaben der Kreisverwaltung 125 Flüchtlingskinder Betreuungseinrichtungen im Landkreis.

Außer in den Kindergärten in Hatzfeld und Rosenthal werden überall Flüchtlingskinder betreut.

Laut einer aktuellen deutschlandweiten Studie fühlen sich aber 98 Prozent der Kita-Leitungskräfte nicht optimal auf die Herausforderungen mit Flüchtlingskindern vorbereitet. Sie wünschen sich mehr Unterstützung durch ihre Landes- und Bundesregierung. Trotzdem sind zwei Drittel der Befragten der Ansicht, dass Flüchtlingskinder so früh wie möglich verpflichtend eine Kindertagesstätte besuchen sollten.

Laut dem Land Hessen haben Kinder im Asylverfahren, wenn sie nach dem Verlassen der Erstaufnahmeeinrichtung in einer kommunalen Einrichtung aufgenommen sind, wie deutsche Kinder einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz.

Wenn den Erziehungsberechtigten die Kosten nicht zuzumuten sind, kann beim Jugendamt eine Kostenübernahme beantragt werden. „Ungeklärt ist derzeit noch die Übernahme der Fahrtkosten für einen notwendigen Bustransfer“, so die Kreisverwaltung.

Marion Schultz vom Sozialamt der Stadt Frankenberg bestätigt den steigenden Bedarf. Bei der Platzvergabe müssten deutsche Kinder und Migranten gleich behandelt werden. Einige der deutschen Eltern hätten dafür wenig Verständnis – sie würden sich die Plätze gerne aussuchen, heißt es. „Mit Fingerspitzengefühl konnten wir bislang allen gerecht werden“, sagt Marion Schultz.

Nach Einschätzung von Gudrun Keim, Leiterin der Kindertagesstätte Röddenau, hängt der Erfolg von Integration vor allem davon ab, wie viele Flüchtlingskinder gleichzeitig betreut werden müssen.

Alle Kinder gleich zu behandeln sei der Schlüssel für eine gelungene Integration. Vier Flüchtlingskinder werden derzeit in der Einrichtung betreut, und zwar erfolgreich, sagt sie.

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Quelle: HNA

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