Flüchtlinge in Frankenberg: Weitere Helfer werden gesucht

Deutschstunde: Im Flüchtlingswohnheim am Kegelberg in Frankenberg nehmen (von links) Hazem Al-Abullah, Raviar Khalil, Fadi Al Haj Ali, Aya Darkouski und Ahmed Barri aus Syrien regelmäßig am Deutschunterricht teil, hier zusammen mit Petra Wollbold-Meyer (2. von rechts) vom Frankenberger Netzwerk Integration. Fotos: mjx

Frankenberg. In Frankenberg leben derzeit rund 120 Flüchtlinge, davon allein 66 in einem eigens umgebauten und renovierten Wohnheim am Kegelberg.

Diese Zahl nennt Herbert Keim, einer der Sprecher im Frankenberger Netzwerk Integration. Die weiteren Asylanten seien in der Kernstadt und auch in den Stadtteilen untergekommen. Einige Asylanten hätten sogar schon ihre Familien nachholen können und auch schon kleine Wohnungen bekommen. „Vieles läuft schon sehr rund“, sagt Keim, vor allem im Flüchtlingswohnheim am Kegelberg gebe es eine gute Ausstattung und für die Kinder viel Platz zum Spielen.

„Bei den Flüchtlingen haben wir es nur mit sehr freundlichen Menschen zu tun“, berichtet Herbert Keim. Daher mache die Arbeit auch sehr viel Spaß. Allerdings seien die fünf Gruppen des Netzwerkes arbeitsmäßig inzwischen überlastet. Deshalb solle es demnächst auch einen „runden Tisch“ geben, um noch mehr Helfer zu aktivieren. Keim: „Wir müssen die Arbeit auf noch mehr Schultern verteilen. Der Bedarf an aktiven Helfern ist sehr groß.“

Laut Keim kommen die meisten in Frankenberg gelandeten Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Irak, Äthiopien und Somalia. Menschen aus Schwarzafrika seien nicht im Frankenberger Flüchtlingsheim untergebracht.

In Frankenberg kümmern sich derzeit rund 30 aktive Helfer des Netzwerks Integration um die Flüchtlinge. Sie sorgen für den Sprachunterricht, unterstützen die Menschen bei Behördengängen und besorgen auch Sachspenden. In der Halle der Friedrich-Trost-Schule können die Flüchtlinge an einigen Stunden in der Woche auch Sport treiben - beispielsweise Fußball oder Tennis. Auch Kegeln oder Besuche im Frankenberger Freibad stehen auf dem Sportprogramm. „Die Flüchtlingssituation in Frankenberg läuft auch deshalb so gut, weil von Anfang an Deutschkurse und auch sportliche Aktivitäten angeboten wurden“, berichtet Herbert Keim.

Auf diese Weise seien die Flüchtlinge ständig beschäftigt. Zudem stünden gemeinsame Unternehmungen auf dem Programm - unter anderem Fahrten nach Marburg oder zum Edersee.

Auch gegenseitige Hilfe 

Laut Keim sind unter den Flüchtlingen in Frankenberg auch viele Akademiker: Apotheker, Ärzte und Dolmetscher, Betriebswirte und Juristen, zudem Lehrer für Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik. „Die helfen sich auch untereinander“, berichtet Keim.

Eine Herausforderung seien im Moment aber die 25 Kinder unter den Flüchtlingen: „Nachdem die Kinder angemeldet wurden, sind die meisten schon schulpflichtig.“ Damit sei die nahe Ortenbergschule aber bereits an ihre Grenzen gestoßen. „Und es kommen noch mehr Flüchtlinge und noch mehr Kinder“, sagt Keim. (mjx)

Quelle: HNA

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