Flüchtlinge im Jugendhaus: Gemeinde und Jugendclub klären Missverständnis

Jugendhaus Bottendorf: Gemeinde und Jugendclub einigten sich darauf, dass das Haus vorübergehend für Flüchtlinge zur Verfügung stehen soll. Archivfoto: Biedenbach

Burgwald. Die Wogen zwischen dem Jugendclub Bottendorf und der Gemeinde Burgwald sind wieder geglättet. In einem Gespräch mit Vertretern der Gemeinde Burgwald und dem Jugendclub über die Nutzung des Gebäudes als Flüchtlingsunterkunft seien „Probleme und Missverständnisse" aus dem Weg geräumt worden.

Das teilte Bürgermeister Lothar Koch der HNA mit. Hier seine Erläuterungen zu dem Thema, das hochgekocht war.

Die Gemeinde Burgwald will im Jugendhaus Bottendorf acht bis zehn Flüchtlinge unterbringen. Die Gründe laut Bürgermeister: Wie alle Gemeinden stehe auch Burgwald vor der Aufgabe, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Beim Jugendhaus handele es sich um ein gemeindeeigenes Gebäude. Die Gemeinde muss dafür keine Miete zahlen. Die Umbauarbeiten für die neue Nutzung hielten sich mit 1000 Euro in Grenzen. Die Ausstattung erfolge mit gespendeten Möbeln. Die Zuweisung der Flüchtlinge übernimmt der Kreis.

Der Bürgermeister betont, dass der Vorschlag zur Nutzung des Jugendhauses „aus den Reihen der Jugendbetreuung“ kam - mit der Anregung, die Jugendarbeit für diese Zeit im August-Winnig-Heim der evangelischen Kirchengemeinde weiterzuführen. In einer Ortsbeiratssitzung Ende Oktober sei zudem aus den Reihen der rund 50 Zuschauer der Vorschlag gekommen darüber nachzudenken, auch öffentliche Gebäude, wie zum Beispiel das Jugendhaus Bottendorf als Möglichkeit der Unterbringung für Flüchtlinge zu überprüfen. Danach habe auch der Ortsbeirat der Nutzung für Flüchtlinge zugestimmt.

Die Gemeindeverwaltung sei nach Angaben von Bürgermeister Koch davon ausgegangen, dass auch der Jugendclub Bottendorf darüber informiert worden sei. Die jungen Leute vom Club, die mittlerweile fast alle mindestens 20 Jahre alt sind, treffen sich gelegentlich noch in dem Haus. Es wird vor allem von Gruppen der jüngeren Jugendlichen im Beisein von Betreuern genutzt. Der Jugendclub sah sich übergangen und hatte sich deshalb an die HNA gewendet (HNA berichtete). Dazu sagt Koch: „Wir waren überrascht, dass die Kommunikation zwischen den Jugendlichen und den Betreuern nicht so funktioniert hat, wie wir das vermutet hatten und dadurch diese Missverständnisse entstanden sind. Es tut uns leid, dass hier unnötige Verärgerung ausgelöst wurde.“

„Im Grunde sind wir uns alle - Jugendliche, Gemeinde und Ortsbeirat - völlig einig darin, dass sich das Jugendhaus für die vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen gut eignet“, sagt der Bürgermeister. Den Jugendlichen sei zugesagt worden, dass das Jugendhaus später wieder seiner eigentlichen Nutzung zugeführt werde. Die Möbel und andere Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände des Jugendclubs habe die Gemeinde in einer Halle zwischengelagert. „Alle Anwesenden haben diesen Gesprächsabend als positiv bewertet“, resümiert Koch. „Wichtig war allen, nicht zurück zu blicken, sondern nach vorne“.

Es soll weiterhin eine gute Jugendarbeit in Bottendorf stattfinden. So bestünden bereits Ideen, wo sich der Bottendorfer Jugendclub auch in den kommenden Wochen treffen könne. Die Gemeinde habe Kontakte aufgenommen. „In den nächsten Tagen werde man sich gemeinsam - Gemeinde und Jugendclub - diese Räume ansehen.

Quelle: HNA

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