Forstämter lassen von Hubschraubern kohlensauren Magnesiumkalk verstreuen

Flüge starten im 90-Sekunden-Takt

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Burgwald/Rosenthal/Hatzfeld - Es sieht aus wie Sand, den der Hubschrauber über dem Wald verteilt. Das Granulat besteht aus kohlensaurem Magnesiumkalk, der Schadstoffe aus dem Waldboden bindet und ihm gleichzeitig Nährstoffe zuführt.

Seit Mittwoch kreist der Hubschrauber des Typs „Eichhörnchen“ über dem Burgwald. Im 90-Sekunden-Takt zieht er Schleifen über dem Revier Ernsthausen, dann steht er kurz in der Luft, während am Boden ein Mitarbeiter den Container mit einem Radlader mit einer guten Tonne Kalk befüllt. Sofort hebt der Helikopter den Container wieder an, fliegt eine große Kurve und lässt den Kalk über dem Wald herunterrieseln. Währenddessen befüllt der Radlader-Fahrer die Schaufel wieder und positioniert sein Fahrzeug, um Sekunden später den Container erneut aufzufüllen. Lange Wartezeiten gibt es nicht – auch, weil Radlader-Fahrer und Pilot über Funk ständig in Kontakt sind.

Gleich in mehreren Revieren im Frankenberger Land sind die Hubschrauber dieser Tage unterwegs: Nicht nur im Gebiet des Vöhler Forstamtes (wir berichteten), sondern auch über dem Burgwald. Von Mittwoch bis gestern standen 210 Hektar im Revier Ernsthausen im Mittelpunkt, auch rund Bracht wird auf 440 Hektar Magnesiumkalk ausgebracht. Wenn die Arbeiten dort beendet sind, geht es im oberen Edertal weiter: Dann verteilt der Helikopter das Granulat auf weiteren 250 Hektar zwischen Eifa und Frohnhausen. Bis Ende Februar soll die Kalkung im Frankenberger Land beendet sein, aus Rücksicht auf die Brut- und Setzzeit der Vögel und Tiere im Wald.

Die Bedingungen sind derzeit optimal, sagt Arno Süßmann, stellvertretender Leiter des Forstamtes Burgwald in Bottendorf. Auch eine dünne Schneedecke sei kein Nachteil: „Das ist sogar besser, weil das Ergebnis sofort zu sehen ist“, erläutert er. Zudem nehme der Boden den Kalk langsamer auf, wenn der Schnee schmilzt – das ist positiv. Zudem seien die Fahrer, die den Kalk mit Lastwagen in den Wald transportieren, froh über kaltes und trockenes Wetter: Denn ihre Laster sind nicht für den Wald ausgelegt. „In sehr feuchten Wintern sind auch schon mal Transportfahrzeuge im Wald stecken geblieben“, erinnert sich Arno Süßmann.

Das Forstamt Burgwald zahlt 133 000 Euro für die Kalkung der 650 Hektar in den Revieren Ernsthausen und Bracht. Pro Hektar werden drei Tonnen Kalk verstreut, der als ganz feine Schicht auf dem Waldboden zu sehen ist. Der Hubschrauber ist jeden Tag so lange wie möglich im Einsatz, denn die Firma wird nicht nach Arbeitsstunden, sondern nach Flächen bezahlt. (apa)

Mehr lesen Sie in der FZ vom Mittwoch, 22. Februar

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