Lengelbach in Frankenau

Flurneuordnung wird erneut geprüft

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Der Lengelbach hat im vergangenen Jahr für erhitzte Gemüter, Verdruss und Unsicherheit gesorgt. Das Umweltministerium will nun für Klarheit sorgen und prüft, wo eine Flurneuordnung überhaupt notwendig ist. Archivfoto: Andrea Pauly

Frankenau - Wie viele Quadratmeter Fläche braucht ein Bach am Ufer? Was ist naturnah? Wie viel Eingriff ist nötig? Über diese Fragen herrschte in Sachen Lengelbach bisher große Uneinigkeit (wir berichteten). Seit einem Jahr wartet die Stadt Frankenau auf Nachricht aus Wiesbaden, um die geplante Renaturierung und die damit verbundene Flurneuordnung planen zu können.

Das Warten geht weiter, nun allerdings unter neuen Vorzeichen: Denn nach einem Gespräch in Wiesbaden werden die Karten möglicherweise ganz neu gemischt. Das teilte Bürgermeister Björn Brede am Mittwochabend in der Sitzung der Stadtverordneten mit.

An diesem Gespräch nahmen Vertreter aus Frankenau und Frankenberg, des Büros WAGU, der Unteren Wasserbehörde und der Interessengemeinschaft Lengeltal teil. Nach Angaben von Björn Brede gibt es nun erste Ergebnisse: Der Abteilungsleiter im hessischen Umweltministerium, Wenzel Mayer, habe eine Überprüfung angekündigt.

Ermittelt werden soll, ob eine Flurneuordnung zwischen Oberster Mühle und Ederstraße tatsächlich notwendig ist. Brede betonte allerdings, dass dies keine feste Zusage, sondern lediglich eine Einschätzung des Abteilungsleiters sei.

Auf Nachfrage der FZ schloss Brede nicht aus, dass für den Bereich rund um Haubern die gesamte Flurneuordnung noch einmal auf den Prüfstand kommt, ebenso wie die bisherigen Pläne im Mühlental an der Lengel. Ein Ergebnis dieser erneuten Überprüfungen sei für Herbst angekündigt, ein weiteres Treffen mit den Beteiligten solle gegen Jahresende stattfinden, sagte Brede.

Außerdem habe das Ministerium die Kläranlage im Lengeltal „genau angesehen“. Das Ergebnis: Die Werte würden eingehalten, die Anlage sei im „Top-Zustand“ und zähle zu den besten fünf Prozent dieser Art im Land Hessen.

Die Wasserwerte würden zudem durch das zusätzliche Absetzbecken im Steinbruch bei Dainrode verbessert. Die Ellershäuser Kläranlage sei also nicht verantwortlich für die schlechten Werte im Wasser des Lengelbachs, sondern die Einleitung von landwirtschaftlichen Flächen.

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