Forstamt Burgwald

Das Försterherz schlägt für Naturschutz

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Eberhard Leicht ist seit dem 1. Januar Forstamtsleiter in Burgwald. Er genießt nicht nur die pflanzlichen Besonderheiten „seines“ Waldes, sondern kennt sich auch mit der Geschichte gut aus. An diesem Stein, etwas Abseits vom Waldweg, soll der Rosenthaler Bürgermeister Hans Glas von einem Dieb erschlagen worden sein. Foto: Patricia Kutsch

Burgwald-Bottendorf. - Eberhard Leicht ist seit einem halben Jahr Forstamtsleiter in Burgwald. Ihn reizen die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt des Burgwalds, denn der Förster ist auch leidenschaftlicher Naturschützer. Bei seiner Arbeit baut er auf Fundamenten seines Vorgängers Eberhard Norman auf.

„Das ist eine Menge Holz“, sagt Eberhard Leicht, wenn er über seinen neuen Zuständigkeitsbereich spricht. Als Leiter des Burgwalder Forstamts ist er für 200 Quadratkilometer Wald verantwortlich. 150 Quadratkilometer sind unzerteilt miteinander verbunden. „Das ist in dieser Komplexität einzigartig und eine der Qualitäten dieses Waldes“, sagt Leicht. Er genießt die Stille: „Im zentralen Burgwald sind keine Geräusche aus der Zivilisation zu hören.“

Vor seinem Amtsantritt in Bottendorf war Leicht Forstamtsleiter in Vöhl. Seine Arbeit dort war eine ganz andere - was aber auch an den naturräumlichen Voraussetzungen liegt: Am Edersee gibt es Schiefer und Grauwacken im Boden. Die harten Steine bringen extreme Geländeverhältnisse und steile Felshänge mit sich. „Das ist forstwirtschaftlich problematisch“, erklärt Leicht. Für den Naturschützer in ihm sei das interessant, da sich vielfältige Pflanzen bei diesen trocken-warmen Wuchsbedingungen durchsetzen.

Im Burgwald hingegen ist es alles andere als trocken: „Durch den gesamten Wald windet sich ein Netz aus Tümpeln, Sümpfen, Flüssen und Mooren“, erklärt Leicht. Spezielle und wertvolle Pflanzenarten siedeln sich dadurch an. Deswegen fördert der neue Forstamtsleiter die Ausbreitung der Moore. „Da ist eine unheimliche Bewegung drin, Moore verändern sich ständig. Fieberklee und Sumpfcallas blühen dort.“

Der Naturschützer liebt auch die vielfältigen Tierarten in „seinem“ Wald. „Hier gibt es mit dem Uhu und dem Sperlingskauz die größte und die kleinste Eule“, erklärt er. „Es macht Spaß, das zu sehen.“

Wenn Leicht über den Burgwald spricht, ist schnell klar, wieso er sich als Nachfolger von Eberhard Norman beworben hat: Er mochte seine Arbeit in Vöhl, aber spürte eine Verbundenheit zu dem Burgwald. Dort hatte er seine Karriere als Referendar im früheren Forstamt Rauschenberg in Bracht begonnen. „Es ist toll, für ein so großes und kompaktes Waldgebiet zuständig zu sein. Und für meine Familie passte der Zeitpunkt, um in den Südkreis zu ziehen.“

Der Forstamtsleiter findet es zudem toll, mit der eingespielten Mannschaft der Burgwalder Förster zusammenarbeiten zu dürfen: „Sie arbeiten alle sehr selbstständig und jeder kennt sein Gebiet.“ Daher sei es auch nicht schlimm, dass Leicht gerade erst dabei ist, jede Waldfläche im Burgwald zu erkunden. Denn für den Wald hatte er in seinem ersten halben Jahr als Leiter des Forstamts noch nicht so viel Zeit, wie er sich manchmal wünschte: Zwei Drittel seiner Arbeitszeit sitzt Leicht am Schreibtisch und lernt die Organisation des Amtes kennen. Er will sich Schritt für Schritt einbringen. „Ich will nicht sagen ‚Hoppla, hier bin ich und wir machen jetzt alles anders‘“.

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