20 Jahre alter Mann muss sich für Zusammenstoß auf der Bundesstraße 236 verantworten

Folgenschwerer Unfall kostet Führerschein und 3850 Euro

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In diesem Wagen saßen der Unfallverursacher und der Beifahrer. Der 20-jährige Fahrer stand erheblich unter Alkoholeinfluss.Archivfoto: Mark Adel

Frankenberg - Weil er unter starkem Alkoholeinfluss einen schweren Verkehrsunfall verursacht hat, bei dem eine Person schwer und zwei leicht verletzt worden waren, verurteilte das Amtsgericht Frankenberg einen 20-jährigen Bundeswehrangehörigen zu einer Geldstrafe von 3850 Euro.

Passiert war der Unfall am 5. Juli 2014. Gegen zwei Uhr morgens befand sich der Angeklagte mit einem Freund auf der Fahrt von Bromskirchen in Richtung Allendorf. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 Kilometern pro Stunde und einem Blutalkoholgehalt von über zwei Promille prallte der Fahrer eines VW-Golfes im Einmündungsbereich einer Straße ungebremst auf ein vor ihm fahrendes Fahrzeug, in dem sich ebenfalls zwei Personen befunden haben.

Während die beiden Männer leichte Verletzungen erlitten haben, hatte der Beifahrer des Beschuldigten mehrere Knochenbrüche, Quetschungen und Schürfwunden zu beklagen. Obwohl der Beschuldigte keine Angaben zum Geschehen machte, wurde im Verlauf der Verhandlung schnell klar, dass er die Schuld von sich wies. Nicht er habe das Auto gefahren, sondern dessen Freund, gab sein Strafverteidiger an.

In Kneipe gewesen und reichlich Bier getrunken

Beide Männer, die bis dahin eng befreundet waren, hätten am Nachmittag gemeinsam eine Kneipe besucht und reichlich Bier getrunken, schildert der Mitfahrer, der nicht nur als Zeuge, sondern auch als Nebenkläger vor Gericht auftrat. Wann, wo und weshalb sie mit dem Auto unterwegs gewesen waren, daran könne er sich nicht mehr erinnern.

Er selbst besitze keinen Führerschein. „Erst als ich im Krankenhaus aufgewacht bin, wurde ich über das Geschehen informiert“, erinnert er sich. Aufgrund der Zeugenaussagen von Polizei, Feuerwehr und Ärzten wurde nachgewiesen, dass der Richtige auf der Anklagebank saß.

Demzufolge war es dem Fahrer gelungen, das Fahrzeug, das sich nach dem Zusammenstoß überschlagen hatte, zu verlassen, während sein Beifahrer darin eingeklemmt war und erst durch die Feuerwehr befreit werden konnte. Laut eines Sachverständigengutachtens konnte nachgewiesen werden, dass der Unfall nicht passiert wäre, wenn der Fahrer nicht unter Alkoholeinfluss gestanden und die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten hätte.

„Der Versuch, die Tat dem Nebenkläger anzuhängen ist gescheitert“, stellte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer fest. Grund für Richterin Andrea Hülshorst, dem Antrag des Staatsanwaltes zu folgen und den Angeklagten wegen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 3850 Euro zu verurteilen. Zudem wurde dem 20-Jährigen die Fahrerlaubnis für ein Jahr und sechs Monate entzogen. (zek)

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