Forellen aus Zucht und der Eder durch Hitze verendet

Erstickt: In der Eder und in der Fischzucht in Reddighausen sind vor zehn Tagen aufgrund der extremen Temperaturen zahlreiche Fische verendet. Durch die Hitze löste sich zu wenig Sauerstoff aus dem Wasser. Foto: Dr. Uwe Koop/nh

Reddighausen. Die Hitze der vergangenen Woche hat auch den Tieren zugesetzt: Mehr als 100 Fische sind im Bereich des Redighäuser Wehrs verendet.

„Ich fische seit 20 Jahren an der Eder, ein Fischsterben in diesem Ausmaß habe ich in all den Jahren noch nie erlebt“, sagt Rolf Specht, Vorsitzender des Angelsportvereins Reddighausen.

Der Vorfall ereignete sich bereits am Sonntag vor einer Woche. Bei den Tieren habe es sich größtenteils um Bachforellen gehandelt. „Sie sind am empfindlichsten“, sagt Specht.

Grund für das Fischsterben sei der mit der Hitze einhergehende Sauerstoffmangel im Wasser gewesen. Die Eder habe Temperaturen um die 28 Grad Celsius gehabt. Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Eder zu dem Zeitpunkt wenig Wasser führte. „Mittlerweile ist durch den Regen wieder Wasser hinzugekommen und die Situation hat sich entspannt.“

Die toten Tiere, darunter auch Regenbogenforellen aus der Zucht der Brüder Rameil, seien durch den Betreiber und Helfer fachmännisch entsorgt worden, sagt Specht. Dass einige trotz Vorrichtung beim Ablassen des Wassers in die Eder entwischen, sei unvermeidbar.

Tote Fische aus ihrer Zucht seien nicht in die Eder gelangt, sagt dagegen Wolfgang Rameil auf HNA-Anfrage. In seiner Anlage war zeitgleich die Hälfte des vorhandenen Bestandes an Regenbogenforellen verendet.

Bei den gefundenen Exemplaren des Zuchtfisches könne es sich um illegal ausgesetzte oder aus Teichen abgehauene Tiere handeln.

Um so viele Fische wie möglich vor dem Ersticken zu retten, habe man die Tiere notverladen und auf Angelteichanlagen im Sauerland und in Fritzlar verteilt.

Das einlaufende Wasser der Eder sei an der Mortalitätsgrenze gewesen. „Da kann man nichts machen, die Anlage ist nicht verschiebbar und der Bau eines Brunnens ist an dem Standort mit den benötigten Wassermengen nicht möglich“, sagt Rameil.

Bereits 2010 seien ihm aufgrund der Hitze Fische in der Anlage verendet. „Diesmal hatten wir deutlich weniger Verluste, weil wir den Angelpark in unserer Anlage in Finnentrop als Backup für die Fische gebaut haben“, sagt der Züchter.

Die Anlage wurde mittlerweile gereinigt und desinfiziert. „Je nach Wetterlage werden wir wahrscheinlich Anfang September unsere 13 Fließkanäle neu besetzen“, sagte Rameil.

Die genaue Höhe des Schadens wollte Rameil nicht nennen. „Wir sind noch am Auswerten, doch der Schaden ist so hoch, dass wir nicht wissen, wie es weitergehen soll.“

Auch eine Schließung der Anlage aus den 80er-Jahren, die die Rameils seit 1991 betreiben, werde in Betracht gezogen.

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Quelle: HNA

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