Sommer im Sattel

Mit dem Rad Forstgeschichte erfahren

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Mark Adel genießt die Abfahrt an den Außengehöften in Richtung Dodenau. Dort erfreut er sich an der Aussicht auf die Ferne.

Battenberg - Früher haben Hessens Landgrafen und ihre Gäste in den wildreichen Wäldern um Dodenau gejagt. Die Natur und abwechslungsreiche Landschaft ist heute für Radtouren und Wanderungen ideal.

Ausgangspunkt der Route zwischen Dodenau und der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen ist der Wandererparkplatz zwischen der Kröge und Dodenau. Die Wahl der Fahrtrichtung fällt mir leicht: Ich starte durch den Elbrighäuser Grund. In der Gegenrichtung würde ich durch das Gebiet am Ende der Tour nämlich viel zu schnell brausen, dabei befindet sich dort der erste schöne Abschnitt.

Zugegeben: Der Blick ins Tal ist jetzt mitten im Sommer recht dicht zugewachsen. Wer unter der Woche fährt, muss Begegnungen mit Langholz-Lastwagen auf der zwar asphaltierten, aber ziemlich schlaglochreichen Rundtour erwarten. Dennoch ist es für mich immer wieder ein schöner Start: Kilometerlang schlängelt sich der Rad- und Wanderweg am Rande des Rothaargebirges, bietet sogar schon früh erste Rastmöglichkeiten und führt schließlich an der bekannten Ruine des alten Forsthauses Elbrighausen vorbei. Bis in die 1960er-Jahre tat dort ein Revierförster Dienst, dann jedoch wurde seine Stelle gestrichen, das Haus folglich abgerissen.

Ein paar Grundmauern sind noch zu sehen, ebenso ein zugewucherter Teich. Schwer vorstellbar, dass an dieser Stelle einmal was los war. Das Forstamt weist mit einem Schild auf die Geschichte des Hauses hin, nähere Informationen fehlen leider. Tisch und Bänke laden aber zur Pause ein.

Gedenkstein für einen 32-Ender

Ein Gedenkstein erinnert an einem Mauerrest an Hessens berühmtesten Hirsch: Der „Battenberger“ wurde im Jahre 1762 lebend gefangen und nach Kranichstein gebracht. Er schob drei Jahre später stolze 32 Enden. Das Denkmal ist eine neue Kopie, das restaurierte Original befindet sich auf dem Marktplatz am alten Rathaus in der Grafenstadt Battenberg.

Die Rast an dem idyllischen Flecken kann ruhig etwas ausgiebiger ausfallen, denn nun geht es steil bergauf: Entweder auf dem Weg weiter zum Forsthaus Karlsburg - oder ein paar Meter zurück und Richtung Neuludwigsdorf. Ich entscheide mich für letztere Variante. Wer schiebt, muss sich nicht schämen. Am Ende des Bergs wartet ein überdachter Rastplatz auf Wanderer und Radler wie mich. Rechts führt der Weg nach Neuludwigsdorf. Ich fahre links, über breite Waldwege durch den Wohnplatz Dachsloch, wo es auch Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Ich befinde mich gerade noch so in Hessen - bergab ist schon das Wittgensteiner Land zu sehen, also Nordrhein-Westfalen. Ich fahre weiter auf der asphaltierten Straße, vorbei am Forsthaus Karlsburg und einsamen Höfen. Für mich ist es der schönste Teil der Strecke, weil man ein Gefühl der Weite bekommt und eine tolle Fernsicht hat. Nach wenigen Kilometern beginnt schließlich der angenehme Teil: die Abfahrt in Richtung Dodenau. Vorsicht: Hohe Geschwindigkeiten sind kein Problem, aber die Fahrbahn ist zum Teil in einem katastrophalen Zustand.

Relativ schnell bin ich unterhalb von Dodenau. Dort lohnt ein Abstecher ins Wildgehege und in eine der gemütlichen Kneipen. Ein kurzes Stück Landesstraße und ich bin auf dem Ederradweg mit der Radwegbrücke. Es folgt wassergebundene Decke bis zum Auhammer und erneut Hauptstraße. Am Industriegebiet links über die Eder, dann noch mal links, am einstigen Jagdhof Kröge vorbei bin ich schnell wieder am Ausgangspunkt - und die anstrengende Steigung ist schon vergessen.

von Mark Adel

Die Karte zur Tour zum Ausdrucken gibt es hier:

Elbrighausen

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