Für den Rettungsschirm: Stadt muss für eine schwarze Null rund 124 Euro pro Einwohner einsparen

Frankenau will Haushalt ausgleichen

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Die Stadt Frankenau will 2013 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen.Foto: Archiv

Frankenau-Altenlotheim - Es ist eine große Chance: Schlüpft die Stadt Frankenau unter den hessischen Rettungsschirm für Kommunen und legt drei Jahre einen ausgeglichenenen Haushalt vor, kann sie rund 3,3 Millionen Euro abstoßen - Bürgermeister Björn Brede will schon ab 2013 kräftig sparen.

Eigentlich wollten die Mitglieder des Altenlotheimer Ortsbeirat ihrem Bürgermeister am Donnerstagabend vorstellen, welche Summen ihr Dorf im nächsten Jahr aus dem Stadtsäckel braucht. Doch Björn Brede will lieber sparen. „Egal ob wir unter den Rettungsschirm gehen oder nicht - die Auflagen werden so oder so strenger“, erklärte für Brede der ebenfalls anwesende Harald Koch (SPD), Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses.

Will heißen: Gespart werden muss mit oder ohne Entscheidung für den Rettungsschirm. Sollte die Stadt sich in der übernächsten Woche jedoch für den Schutzschirm entschieden, bietet sich ihr eine besondere Gelegenheit. Die erklärte Brede den Anwesenden: „Wenn wir drei Jahre einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, dann sind wir aus dem Vertrag raus und rund 3,3 Millionen Euro Schulden los“ - das bedeute nicht das Ende der Verschuldung Frankenaus, aber doch einen gewaltigen Schritt in die richtige Richtung.Vor allem aber bedeutet es „einen enormen fünfstelligen Betrag“ an jährlichen Zinseinsparungen, wie Brede im Gasthaus Stiehl erläuterte.

Dennoch schaute er am Donnerstagabend nach diesen Ausführungen in verdutzte Gesichter. „Das bedeutet nicht, dass wir nicht mehr investieren dürfen“, schob der Rathauschef erklärend hinterher: Die Kosten müssten im Ergebnishaushalt, also bei den laufenden Ausgaben gespart werden. Dennoch legte er dem Ortsbeirat nahe, Zurückhaltung zu üben: Wenn jetzt gespart werde, gebe es später mehr Handlungsspielraum. Er bezifferte sogar, wie viel Geld die Stadt im Jahr pro Bürger einsparen muss: rund 124 Euro im Jahr. „Davon wollen wir 80 bis 100 Euro schon 2013 schaffen, den Rest dann 2014“, erklärte er.

Ohne erhöhte Einnahmen sei das jedoch kaum zu schaffen, sagte Brede: Ohne konkret zu werden sprach er eine mögliche, leichte Anhebung der Hebesätze an. Sicher aber gelte es, die Gebührenhaushalte auszugleichen - die Frankenauer Bürger müssen sich also auf steigende Kosten einstellen. Brede machte aber auch klar, dass dringende Projekte nicht zurückgestellt würden: 5000 Euro für die Restaurierung des Dachs des Altenlotheimer Feuerwehrhauses etwa notierte er sich für seine Planungen. Das Grundstück direkt am Bürgerhaus, dass Stadt und Ortsbeirat gemeinsam ersteigert hatten, dürfte jedoch im nächsten Jahr wenig Aufmerksamkeit erfahren.

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