Frankenberg

Frankenauer wegen Trunkenheitsfahrt und fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht

- Frankenberg (mba). Wegen vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis ist gestern ein 20-jähriger Mann aus Frankenau vor dem Frankenberger Amtsgericht zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Er muss ein Strafgeld von 500 Euro an die Verkehrswacht bezahlen. Außerdem verhängte das Gericht einen Freizeitarrest von der Dauer eines Wochenendes und ein 13-monatiges Fahrverbot. Er hatte die Tat zugegeben.

Der Vorfall ereignete sich im Juli in Bromskirchen. Der junge Mann war nachts nach dem Besuch einer Schulabschlussfeier stark angetrunken losgefahren. Schon nach wenigen Metern streifte er mit dem Auto eine Gruppe Partybesucher, die an ihren Wagen gelehnt am Straßenrand stand. Sie wurden zwischen den beiden Autos eingeklemmt, umgeworfen und verletzt. Sie erlitten Blutergüsse, Schürfwunden und Prellungen. Nach dem Zusammenstoß hielt der Verursacher sofort an. Augenzeugen halfen den Verletzten, Polizei und Krankenwagen kamen umgehend hinzu. Keiner der Verletzten trug dauerhafte Schäden davon. Am parkenden Wagen entstand ein Sachschaden von rund 7000 Euro. Die Verletzten erstatteten Strafanzeige. Die Zeugen berichteten übereinstimmend, der 20-Jährige sei rasant losgefahren, habe den Wagen geradeaus die Straße entlang gesteuert und dann in Höhe des parkenden Autos plötzlich einen Schlenker nach rechts gemacht, der zu dem Zusammenstoß führte. Schlangenlinien war er den Zeugenaussagen zufolge nicht gefahren. Der Unfall selbst lief so schnell und plötzlich ab, dass keiner der Verletzten den Hergang ganz genau schildern konnte. Gericht und Staatsanwaltschaft versuchten zu klären, ob Vorsatz im Spiel war und der Angeklagte die Gruppe absichtlich verletzten wollte. Sie kamen aber aufgrund der Zeugenaussagen zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall war. Es gab keinen Streit zwischen den Beteiligten und bis auf eine kannte der Fahrer keine der angefahrenen Personen. Bei dem Frankenauer wurden 1,93 Promille Blutalkohol festgestellt. Er besaß zum Unfallzeitpunkt keine Fahrerlaubnis, sie war ihm wegen eines Drogendeliktes entzogen worden. Inzwischen nähme er aber keine Drogen mehr, erklärte der Angeklagte. Dem Unfall vorausgegangen war ein Streit zwischen ihm und seiner Freundin, berichtet der Mann. Sie habe die Feier verlassen, sei aber später mit dem Wagen ihrer Mutter zurückgekommen, um ihn abzuholen. Der 20-jährige habe sich dann die Schlüssel geben lassen, angeblich bloß um sich ins Auto zu setzen, wie er und auch seine Freundin erklärten. Doch der Frankenauer setzte sich auf den Fahrersitz und fuhr los. Richterin Andrea Hülshorst und der Staatsanwalt hielten die Erklärung, er habe sich nur ausruhen wollen, zwar für unglaubhaft, forschten aber nicht weiter nach, wieso die Freundin ihm den Autoschlüssel gegeben hatte. Sie war bereits in einem vorangehenden Verfahren wegen dieser Fahrlässigkeit zu einer Arbeitsleistung verurteilt worden. Aufgrund des Berichtes der Jugendgerichtshilfe wandte Richterin Hülshorst das Jugendrecht an. Wegen seines Drogenkonsums in der Pubertät lägen beim Angeklagten erhebliche Entwicklungsverzögerungen vor. Er sei zwar einsichtsfähig, zeige aber nicht die altersangemessene Reife, hieß es im Bericht. Der Angeklagte bereue den Vorfall und habe auch bereits versucht, sich bei den Unfallopfern zu entschuldigen, erklärte der Vertreter der Jugendgerichtshilfe. Der Angeklagte stand bereits zum vierten Mal vor Gericht. Die früheren Verfahren, zwei wegen vorsätzlicher Körperverletzung und eines wegen des Handels mit Betäubungsmitteln, wurden mit Ermahnung und Auflagen eingestellt. Die Richterin folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. „Die Verletzten hatten einen großen Schutzengel“, sagte sie und gab dem Verurteilten zu bedenken, dass der Unfall leicht hätte tödlich enden können.(mba)

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